Das K-Blink war ein kleines und kompaktes Blinkgerät der Wehrmacht, das zur optischen Übermittlung von Nachrichten durch Lichtsignale verwendet wurde.
Zwei Punkte konnten also nur mit Blickkontakt kommunizieren. Verständigt haben sich die "Blinker" über Morsezeichen, welche anhand der Lichtsignale gegeben wurden.
Es handelte sich also um eine recht einfache aber nicht unbedingt ineffiziente Form der Nachrichtenübermittlung.

Soldat der Wehrmacht mit einem K-Blink
Soldat der Wehrmacht mit einem K-Blink


Der Begriff K-Blink war die offizielle Abkürzung für "Das kleine Blinkgerät".

Die kompakte Bauweise, ein schneller Aufbau und ein geringes Gewicht machten das K-Blink zu einem sehr einfachen und höchst portablen Mittel für infanteristische und nachrichtentechnische Zwecke.

Aufgebautes K-Blink der Wehrmacht
Aufgebautes K-Blink der Wehrmacht

 

Blinkgeräte der Reichswehr und Wehrmacht

Es gab unterschiedliche Blinkgeräte, welche sich vor allem in ihrer Größe unterschieden. Je größer das Blinkgerät, desto leistungsfähiger war es.
Die Auswahl des korrekten Blinkgerätes wurde also bestimmt durch die Distanz welche mit den Lichtsignalen überbrückt werden sollte.

Das K-Blink war das kleinste der in Reichswehr und Wehrmacht geführten Blinkgeräte. Insgesamt gab es drei geführte Blinkgeräte:

  • Das K-Blink (Kleines Blinkgerät),
  • das M-BLink (Mittleres Blinkgerät) und
  • das G-Blink (Großes Blinkgerät).
M-Blink bei einer Übung der Reichswehr
M-Blink bei einer Übung der Wehrmacht

 

Reichweite

Die Standardlampe des K-Blink war eine 1 Watt Lampe, welche eine Reichweite von 1000 Meter am Tage und 2000 Meter in der Nacht ermöglichte. Es wurde außerdem eine 3 Watt Lampe eingesetzt, welche die Reichweite bei Tage auf ca. 1800 Meter und bei Nacht auf etwa 3000 Meter erhöhen konnte, jedoch als Lichtquelle verräterischer war.

 

Allgemeine Beschreibung des K-Blink

Das K-Blink war mit seiner gerade einmal 90mm großen Spiegelöffnung ein typisches Nachrichtenmittel für die vorderen Frontlinien zur Kommunikation mit den direkt zurückliegenden Truppenteilen.

Blinkgeräte waren recht simpel aufgebaut und wurden im zweiten Weltkrieg immer seltener eingesetzt, da es schlichtweg effizientere und auch sicherere Kommunikationsmittel gab. Im ersten Weltkrieg waren Blinkgeräte jedoch noch weit verbreitet und häufig ein Kommunikationsmittel erster Wahl.

Die Funktion von Blinkgeräten war immer gleich: Als Lichtquelle diente eine elektrische Glühlampe, deren Licht durch den im Gerät angebrachten Parabolspiegel auf die Gegenstelle gerichtet wurde. Durch den vom Gehäuse ummantelten Parabolspiegel wurde eine Lichtstreuung verhindert und das Licht konnte zielgenau ausgerichtet werden.

K-Blink aufgebaut mit Tasche
K-Blink aufgebaut mit Tasche


Durch die kompakte Bauweise konnte das K-Blink direkt am Mann getragen werden. Hierzu war der Soldat mit zwei Taschen ausgestattet:


Dem Gerätebehälter und dem Lederbehälter für das Foto-Röhrengestell:

  • Gerätebehälter, enthaltend:
    • Blinklampe mit Zuleitungskabel und QU.-Blende
    • 3 Taschenlampenbatterien
    • 6 Vorratsglühlampen
    • 1 Lederlappen
    • 1 Putzlappen
  • Foto-Röhrengestell in Lederbehälter

 

Diese beiden Behälter waren für die damalige Zeit nicht schwer:

  • Gerätebehälter mit Inhalt - 2,5kg
  • Gestell mit Gestellbehälter - 1kg

Zusammen wog das gesamte Set also gerade einmal 3,5kg!

Soldat mit der gesamten Ausrüstung für das K-Blink
Soldat mit der gesamten Ausrüstung für das K-Blink

 

Die Blinklampe selbst bestand aus folgenden Teilen:

  • Lampengehäuse
  • Parabolspiegel
  • Lampenfuß mit Einstellvorrichtung und Erdspieß
  • Visiereinrichtung
  • Glühlampenträger (Fassung)
  • Zuleitungskabel mit Drucktaster
  • Querschnittblende (Nachfolgend korrekt Qu-Blende genannt)

 

Blinklampe des K-Blink
Blinklampe des K-Blink


Wie wir bereits wissen gab es zwei verwendete Glühlampen: Die 1 Watt Lampe und die 3 Watt Lampe.
Diese zwei Glühlampen unterschieden sich nicht nur in der Lichtstärke sondern auch in der Farbe. So gab es die 1 Watt Glühlampe je nach Verwendungszweck in rot oder weiß und die 3 Watt Glühlampe gab es nur in weiß.
Wann immer Feindnähe gegeben war wurde immer die rote 1-Watt-Lampe verwendet.
Um das Blinklicht noch weiter in der Helligkeit herabzusetzen konnte die QU.-Blende entsprechend vorgeschoben werden.


Das Lampengehäuse

Das Gehäuse sah im Grunde genommen aus wie ein kleiner Topf und war mit seinem Durchmesser von ca. 100mm und einer Tiefe von gerade 70mm wirklich klein und handlich.

Seitenansicht des Gehäuses
Seitenansicht des Gehäuses


An der Rückwand befand sich eine rote Kontrolllinse durch welche das Aufleuchten der Glühlampe kontrolliert werden konnte. Der Blinksoldat hatte während des Blinkens immer diese Leuchte im Auge um eventuelle Fehler sofort zu bemerken.
Durch das rote Glas der Kontrolllinse wurde vermieden, dass auch dieses winzige Licht über eine größere Reichweite gesehen werden konnte. So gab es keine Rückleuchtung.
Neben der Kontrolllinse befand sich auf der unteren Rückseite ein Aufhängehaken zum Anhängen des Blinkgerätes an das Koppel oder gegebenenfalls an das Knopfloch.

Rückseite des K-Blink
Rückseite des K-Blink
Rückseite des K-Blink - Seitenansicht
Rückseite des K-Blink - Seitenansicht
Rückseite des K-Blink - Auszug aus der Dienstvorschrift
Rückseite des K-Blink - Auszug aus der Dienstvorschrift

 

Im Gehäuse selbst befand sich der 90mm große Parabolspiegel. Dieser bestand aus Glas und war an der Rückseite komplett versilbert. Inmitten des Parabolspiegels befand sich ein kleines Loch, welches als Öffnung für die Kontrollinse diente.
Gehalten wurde der Spiegel im Gehäuseinneren durch einen Metallring.

Parabolspiegel des K-Blink
Parabolspiegel des K-Blink

 

Um die Lampe senk- oder waagerecht verstellen zu können befand sich an der Unterseite der sogenannte Lampenfuß. Dieser Lampenfuß war mit einem speziellen Gelenk versehen.
Nach Ausrichten der Blinklampe musste diese natürlich in der endgültigen Position festgestellt werden. Dies geschah durch eine einfache Feststellschraube am Gelenk.

Seitliche Nahaufnahme des Lampenfußes
Seitliche Nahaufnahme des Lampenfußes
Weitere Nahaufnahme des Lampenfußes
Weitere Nahaufnahme des Lampenfußes
Vorderansicht des Lampenfußes
Vorderansicht des Lampenfußes


Noch eine Besonderheit am Lampenfuß bildete ein beweglicher Erdspieß, welcher viele verschiedene Funktionen erfüllte:

  • Arretieren der Blinklampe (bessere Handhabung)
  • Zum Aufstellen auf dem Erdboden
  • Zum Aufsetzen auf das Seitengewehr
  • Zum Anbringen der Blinklampe an Bäumen, Pfählen oder dergleichen


Auch die Arretierung des Erdspießes verfügte über eine Feststellschraube.
Zu guter letzt befindet sich an der Unterseite des Lampenfußes noch ein Gewinde in welches der Feststellzapfen des Gestells eingeschraubt wurde.

Erdspieß des K-Blink
Erdspieß des K-Blink
Der Erdspieß konnte auch in ein Seitengewehr eingeschoben werden
Der Erdspieß konnte auch in ein Seitengewehr eingeschoben werden
Behelfsmäßige Befestigung des K-Blink an einem Baum
Behelfsmäßige Befestigung des K-Blink an einem Baum

Als Visireinrichtung war ein Tripelstreifen an der linken oberen Seite des Gehäuses angebracht und mit einer Lasche befestigt.
Dieser Tripelstreifen war ein ganz besonderes Prisma! Ein Auszug aus der H.Dv. (Heeresdienstvorschrift) 88/6:
"Es bewirkt, dass die vom Parabolspiegel in den Tripelstreifen fallenden Lichtstrahlen parallel zum austretenden Lichtkegel aus dem Parabolspiegel zurückgeworfen werden. In dem aus dem Lampengehäuse herausragenden Teil des Tripelstreifens erscheint daher bei brennender Glühlampe das Bild des Glühfadens. Zur Abschwächung des grellen Lichtes des Glühfadenbildes dient ein auf den Tripelstreifen aufgesetztes, verschiebbares Rauchglas."

Nahaufnahme des Tripelstreifens am K-Blink
Nahaufnahme des Tripelstreifens am K-Blink
Schutzabdeckung des Tripelstreifens
Schutzabdeckung des Tripelstreifens



Achtung! Es sind Aufnahmen des K-Blink bekannt, wo anstatt des Tripelstreifens tatsächlich ein richtiges Visir vorhanden ist. Diese Visireinrichtungen wurden jedoch höchst wahrscheinlich selbst von den Soldaten nachgerüstet.

Der Glühlampenträger (die Glühlampenfassung) nahm die Glühlampe auf und befand sich mittig im Innern des Lampengehäuses, also am Brennpunkt.
Die Fassung selbst war keine gewöhnliche Eindrehfassung, sondern eine sogenannte Swanfassung. Diese Fassung ermöglichte den schnellen Austausch der Lampe, denn die Lampe wurde an einer Feder eingedrückt und durch eine 1/4-Drehung dann arretiert. Im Inneren der Swanfassung befand sich ein isoliert eingebauter Kontaktstift. Dieser Kontaktstift war mit einer Ader des Zuleitungskabels in leitender Verbindung. In die beiden angebrachten Ausschnitte des Sockels griffen die Haltestift der Glühlampe selbst.

Funktionaler Aufbau des Lampengehäuses
Funktionaler Aufbau des Lampengehäuses



Zuleitungskabel

Von dem Gehäuse geht ein Kabel ab, läuft in einen Druckschalter und von dort aus endet es in einem Zweipolstecker. Dieses Kabel war das Zuleitungskabel. Es hatte eine Länge von 2,50m und verband die das Licht mit der Batterie.
Am Ende des Zuleitungskabels befindet sich der Zweipolstecker zum Einstecken in die Kontakte der Tasche für das K-Blink. Damit das Kabel an den Enden nicht geknickt werden kann, befindet sich an jedem Ende eine Verstärkung durch eine umwickelte Feder.


Drucktaster

Durch den Drucktaster konnten die Morsezeichen gegeben werden.
Es war ganz simpel: Wurde der Drucktaster gedrückt, wurde der Stromkreis geschlossen. Der Strom floss, die Lampe leuchtete. Nichts anderes also wie ein Lichtschalter.
Der Drucktaster bestand aus einem gegossenen Metallgehäuse welches so geformt war, dass es ideal in der Hand gehalten werden konnte. Daher befinden sich an einem Ende zwei Stege wodurch der Zylinder bequem zwischen Zeige- und Mittelfinger "gehängt" werden konnte. Der Druckknopf konnte dann bequem mit dem Daumen erreicht werden.

Aufhängehaken am Drucktaster
Aufhängehaken am Drucktaster


Am Drucktaster war zusätzlich ein Aufhängehaken angebracht. So konnte der Taster z.B. am Koppel getragen oder aufgehängt werden.
Die Taste war gefedert, der Knopf federte also so dass ein zu langes Drücken ausgeschlossen war. Er bestand in der Regel aus orangenem, braune, oder auch weißem Bakelit.
Neben dem Tastknopf befand sich noch ein Feststellstift, durch welchen der Tastknopf arretiert werden konnte. Es gab dann ein Dauerlicht, welches z.B. zum Markieren der Position oder zum Einrichten der Blinkstelle verwendet werden konnte.
Tastknopf und Feststellknopf wurden hierzu gleichzeitig heruntergedrückt. Der Feststellstift rastete dann in eine Ausfräsung ein und der Tastknopf war arretiert. Durch einen leichten Druck auf den Drucktaster wurde die Arretierung gelöst, der Feststellstift schnellte zurück und der reguläre Blinkdienst konnte wieder aufgenommen werden.

 

Querschnittsblende (Qu.-Blende)

Durch die Querschnittsblende (Qu.-Blende) konnte der Lichtkegelquerschnitt verschoben werden.
Oder um es einfach auszudrücken: Die Qu.-Blende war ein "Dimmer".

Innenansicht der aufgeklappten Qu.-Blende
Innenansicht der aufgeklappten Qu.-Blende


Hierzu war die Qu-Blende wie ein Deckel mit einem Scharnier am Lampengehäuse befestigt. Sie bestand aus zwei Blenden. Einer fixen Blende und einer drehbaren Blende.
Die vordere, drehbare Blendenscheibe war im Mittelpunkt auf der fixen Blendenscheibe aufgenietet und konnte gedreht werden.
Hierzu war die rückwärtige (fixe) Blende in 6 Sektoren aufgeteilt. Es gab insgesamt also 6 Lichtstufen. Je höher die Stufe, desto mehr Lochreihen wurden aufgedeckt.
Stufe 6 hatte letztlich die komplette Ausschnittöffnung zur Folge. War selbst das Licht der die Ausschnittöffnung zu gering, wurde die Blende einfach aufgeklappt. In den Dienstvorschriften ist dies als Stufe 7 vermerkt!
Im eingeklappten Zustand wurde die Blende durch eine Blattfeder direkt am Lampengehäuse geschlossen gehalten.
Die einzelnen Stufen waren direkt auf der Blende in roter Farbe angezeichnet. Durch einen an der drehbaren Blende angenieteten Stift konnte die Stufe genau eingestellt werden.
Von einer Stufe zur nächsten Stufe verdreifachte sich die Lichtmenge immer. Die Stufen waren also genau bedacht!

Kleinste Stufe der Qu.-Blende
Kleinste Stufe der Qu.-Blende
Sufe 3 der Qu.-Blende
Sufe 3 der Qu.-Blende
Stufe 7 der Qu.-Blende
Stufe 7 der Qu.-Blende
 

 

Gerätebehälter

Die Ledertasche für das K-Blink bestand aus einer Rohrplatte welche mit schwarzem Leder umgeben war. Sie war in zwei Fächer eingeteilt:

  • Das große Fach für das K-Blink
  • Das kleine Fach für den Batterieeinsatz mit den erforderlichen Batterieanschlüssen für 3 Taschenlampenbatterien
Packplan des Gerätebehälters
Packplan des Gerätebehälters - Dieser war im Deckel angebracht

 

An den Längsseiten des kleinen Fachs waren Messingstreifen angebracht welche als Stromabnehmer dienten.
Direkt an der Stirnseite des kleinen Fachs befand sich die Steckbuchse für den Stecker des K-Blinks.
Bei dem Stecker sowie der Steckbuchse handelte es sich um ein "unverwechselbares" Stecksystem. Da ein Polstift größer als der andere war, konnte es zu keiner Verwechslung der Pole kommen.
Auch der Messingstreifen für den Minuspol hatte eine Besonderheit:
Um ein falsches Einsetzen der Batterien zu verhindern wurde dieser Messingstreifen höher gesetzt. So konnte der Streifen problemlos von dem langen Minuspolstreifen der Batterie erreicht werden, aber nicht von den kurzen Pluspolstreifen.
Zum einfachen Herausnehmen der Batterien war ein Gurtband im Batteriefach der Tasche angebracht. Waren die Batterien eingelegt, so lief ein Teil des Gurtbands unter ihnen hindurch. Ein fester Zug löste die Batterien aus der Tasche heraus.
Direkt unter dem Batterieeinsatz befand sich ein kleiner Freiraum zur Aufnahme von sechs Ersatzglühlampen, welche sich in einem separaten Einsatz befanden.

Die Tasche hatte auf der Rückseite zwei Koppelschlaufen und konnte direkt am Koppel getragen werden. Zusätzlich wurde ein Trageriemen mit zwei Karabinerhaken ausgegeben. Dieser Trageriemen bestand immer aus Leder. Varianten aus Webmaterial sind nicht bekannt.

 

Gestell

Das Gestell für das K-Blink war nicht aus Holz und es handelte sich auch nicht um ein typisch militärisches Dreibein sondern das Gestell war ein handelsübliches Gestell für Fotoapparate!
Ein simples, einfach produziertes Teleskopgestell wie es in der damaligen Zeit typischerweise in der Fotografie Anwendung fand!
Der Grund hierfür ist, dass die Wehrmacht ein Gestell benötigte, welches zum K-Blink passt. Das K-Blink war als leichtes, einfaches Kommunikationsmittel zur Verwendung an der direkten Front gedacht.

Röhrengestell mit Lederbehälter
Röhrengestell mit Lederbehälter


Ein Foto-Röhrengestellt hatte alle Eigenschaften welche benötigt wurden. Es war leicht, stabil und sehr einfach in der Handhabung.
Das Blinkgerät wurde auf den Gewindezapfen des Gestells aufgeschraubt.
Wichtig: Auf die Verwendung bei der Wehrmacht weisen nur Foto-Röhrengestelle hin, welche mit Hersteller und Datum am Gewindezapfen versehen sind! Gestelle mit WaA-Abnahme sind dem Autor nicht bekannt!

Hersteller
Hersteller "Bilora", Baujahr "1937"


Das Gestell wurde in einem speziellen Lederbehälter transportiert, welcher durch eine Koppelschlaufe am Koppel getragen werden konnte. Am unteren Drittel dieser Tasche war eine verschiebbare Schlaufe angebracht, durch welches das Seitengewehr geführt wurde.
Die Tasche wurde also direkt am Seitengewehr getragen, was den Sinn hatte, dass der Soldat nicht mehrere lange Gegenstände auf verschiedenen Koppelseiten tragen musste.

Gestell des K-Blink mit Stativtasche
Gestell des K-Blink mit Stativtasche

 

Kraft- und Lichtquelle

Die typische Energiequelle bildeten drei parallel geschaltete Taschenlampenbatterien. Es war jedoch auch möglich Blinkbatterien oder einen 4-Volt Sammler zu verwenden.
Wurde ein 4-Volt Sammler verwendet, musste der Stecker des Zuleitungskabels direkt in den Sammler gesteckt werden. Sofern behelfsmäßig eine Blinkbatterie genutzt wurde, musste die Stromzuleitung mit Kupferdraht überbrückt werden.

Schaltung und Behelfsschaltung des K-Blink
Schaltung und Behelfsschaltung des K-Blink

 

Eine 1-Watt Glühlampe konnte ca. 15 Stunden betrieben werden (Betriebspausen bereits abgerechnet!). Bei den 3-Watt Lampen konnte die Betriebsdauer wesentlich geringer sein. Genaue Angaben hierzu liegen dem Autor leider nicht vor.

Es gab drei Typen von Glühlampen (alle 3,5 Volt), welche als Lichtquelle genutzt wurden:

  1. Weiße Glühbirne, 1 Watt
  2. Weiße Glühbirne, 3 Watt - (Diese wurden mit einem weißen Punkt markiert)
  3. Rote Glühbirne, 1 Watt

 

Die verwendeten Glühbirnen hatten alle einen sogenannten Auto-Zwergsockel. Sie wurde also nicht eingedreht sondern wie bereits beschrieben eingesteckt.
Der Glühfaden dieser Birnen war sehr kurz gehalten um eine unnötige Lichtstreuung zu vermeiden. Das eine Ende des Glühfadens war an den innerhalb der Birne befindlichen Kontakt angeschlossen, das andere Ende an den Messingring des Sockels.
Beide Kontakte waren logischerweise voreinander isoliert.
Die Glaskugel der Glühbirnen war zu etwas über die Hälfte schwarz lackiert, was ebenfalls den Sinn hatte, die Streuung möglichst gering zu halten. Es sollte nur einseitig Licht abgegeben werden und zwar in Richtung des Parabolspiegels.

Behälter für die Glühbirnen
Behälter für die Glühbirnen

 

Die weiße 3 Watt Glühbirne wurde nur verwendet sofern die Sicht wirklich sehr schlecht war oder eine sehr große Reichweite überbrückt werden sollte!
Typischerweise wurden nur die 1-Watt Lampen genutzt, was auch in allen vorliegenden Dienstvorschriften angeraten wird.
Im echten Einsatz sollten die Blinkzeichen natürlich möglichst unauffällig sein. Hier wurden dann fast ausschließlich die roten 1 Watt Birnen verwendet, welche bei Feindnähe sogar vorgeschrieben waren.

 

Handhabung

Der folgende Abschnitt ist annähernd 1:1 aus der Heeres-Dienstvorschrift (H.Dv.) 88/6 entnommen. Hier wird die Handhabung beschrieben wie sie wirklich war:

 

Beim Einrichten der Blinklampe auf die Gegenblinkstelle ist folgendes zu beachten:
Die Mitte des im Tripelstreifen sichtbaren Glühfadenbildes wird auf die Gegenblinkstelle gerichtet.
(Durch Reflektionen innerhalb der Glaskugel der Glühlampe werden meist mehr als ein Glühdfaadenbild im Tripelstreifen sichtbar sein, von denen sich jedoch eines besonders scharf abhebt. Diese Erscheinung ist für die Einstellung ohne Belang, wenn darauf geachtet wird, dass die Mitte des am schärfsten sichtbaren Glühfadenbildes auf die Gegenblinkstelle gerichtet wird.)

Teile des K-Blink

 

Auf- und und Abbauen des Geräts ohne Verwendung des Gestells (für liegende Bedienung)
Gerätebehälter öffnen. Blinklampe herausnehmen (nicht am Kabel anfassen), Behälter wieder schließen.
Zweifachstecker in Steckbuchse des Gerätebehälters einstecken. Erdspieß mit der Spitze nach unten zeigend festklemmen, Blinklampe vor dem Gesicht des Bedienenden mit Erdspieß in den Boden setzen.
Wenn wegen bewachsenem Bodens keine Sicht, Erdspieß auf ein Seitengewehr aufsetzen.

Klemmschraube am Lampenfuß für senk- und waagrechte Einstellung soweit lösen, dass sich das Lampengehäuse leicht bewegen lässt.
Durch Niederdrücken des Tastknopfes am Drucktaster Licht einschalten (evtl. Dauerlichtkegel einschalten) und das Gerät mit Hilfe des Tripelstreifens auf die Gegenblinkstelle richten (Mitte des im Tripelstreifens am schärfsten abgebildeten Glühfadenbildes auf die Gegenblinkstelle richten). Nach der Einstellung, Klemmschraube am Lampenfuß mäßig festziehen. (Zu festes Anziehen der Klemmschraube verursacht leicht Verstellen der Blinklampe aus der Richtung.)

Qu.-Blende soweit öffnen als es für eine sichere Blinkverbindung erforderlich ist.

Der Abbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge wie der Aufbau.
Es ist darauf zu achten, dass die Klemmschrauben am Lampenfuß soweit gelockert werden, dass ungehindertes Verpacken in den Gerätebehälter möglich ist.

Zwei kleine Blinkgeräte im Einsatz
Zwei kleine Blinkgeräte im Einsatz

 

Auf- und Abbauen an Bäumen, Pfählen, usw.
Entnahme der Blinklampe usw. wie vorher beschrieben.
Klemmschraube für Erdspieß lösen, Erdspieß waagrecht stellen und bis an die Anschlagschraube zurückziehen, Blinklampe etwa in die Blinkrichtung bringen, mit der linken Hand die Spitze des Erdspießes an den Baumstamm setzen, mit einem Stein oder einem Stück Holz durch Schlagen gegen den verstärkten Kopf den Erdspieß etwa 2cm in den Baum oder dgl. einschlagen.
Weiteres Einrichten auf die Gegenblinkstelle wie vorher beschrieben.

Der Abbau erfolgt sinngemäß wie beschrieben. Beim Herausziehen des Erdspießes nicht am Lampengehäuse anfassen, sondern nur am Erdspieß.

 

Auf- und Abbau mit Gestell
Entnahme der Blinklampe wie beschrieben. Gestellbehälter öffnen, Gestell herausnehmen, in zusammengeschobenem Zustand Gestellzapfen in das Gewinde am Lampenfuß einschrauben. Gestellbeinauszüge nur soweit erforderlich ausziehen, Gestell aufstellen (Blinklampe in ungefähre Richtung der Gegenblinkstelle).

Weiteres Einrichten wie bereits beschrieben.
Ebenso erfolgt der Abbau wie bereits beschrieben. Vor dem Zusammenschieben der Gestellauszügee diese von Sand und Schmutz befreien.


Verpacken der Blinklampe
Das Verpacken der Blinklampe im Gerätebehälter erfolgt zweckmäßig nach nachstehenden Richtlinien:

Bei gelockerten Flügelschrauben am Lampenfuß wird der Erdspieß mit der Spitze nach oben, wie aus Bild 3 ersichtlich, neben den Aufhängehaken an der Rückseite des Lampengehäuses gebracht. Die Flügelschrauben werden jetzt mäßig festgeschraubt.
Die Blinklampe wird nun mit dem Lampenfuß voraus, in den vor dem Körper hängenden Gerätebehälter so hineingelegt, dass die Qu.-Blende dem Körper zugekehrt ist. Das Kabel wird in großen Schlingen über den ganzen Raum der Tasche zusammengelegt.

Das fertig gepackte K-Blink
Das fertig gepackte K-Blink


Behandlung des Gerätebehälters
Das Gerät ist trocken zu lagern. Die Batterien müssen, wenn das Gerät nicht mehr gebraucht wird, herausgenommen werden.
Das Kabel darf nicht zum Tragen benutzt und gezerrt werden.
Daher ist beim Herausziehen des Steckers aus den Buchsen stets der Stecker anzufassen. Ferner ist das Kabel vor scharfen Knicken zu bewahren, da sonst leicht ein Bruch der Metalladern entstehen kann.
Beschädigte Isolation ist mit Isolierband zu bewickeln.
Die elektrischen Kontakte sind von Zeit zu Zeit nachzusehen, auf ihre Beschaffenheit zu untersuchen und erforderlichenfalls zu reinigen.
Der Spiegel ist mit Lederlappen oder gleichwertigem Ersatz (nicht Leinenlappen) trocken zu reinigen.
Die Gestellauszüge sind vor Sand zu schützen und von Zeit zu Zeit hauchartig zu fetten.



Störungen und deren Beseitigung

Während des Betriebes auftretende Fehler sind, wenn sie erkannt werden, zunächst behelfsmäßig abzustellen und nach dem Einrücken durch den Mechaniker sachgemäß zu behandeln.

 

Folgende Fehler können auftreten:

Glühlampe brennt nicht oder flackert:

  • Ursache: Glüchlampe durchgebrannt - Abhilfe: Auswechseln
  • Ursache: Batterie verbraucht - Abhilfe: Auswechseln.
  • Kontaktschlussstreifen der Batterien liegen nicht fest an den Blecheinsätzen in dem Gerätebehälter- Abhilfe: Durch vorsichtiges Nachbiegen der Kontaktschlussstreifen Stromführung verbessern
  • Stecker ist lose in der Buchse - Abhilfe: An der Bruchstelle aufschieben und vorläufig behelfsmäßig zusammendrehen. Später in der Werkstatt ordnungsgemäß instand setzen.
  • Drucktaster gibt keinen Kontakt - Abhilfe: Instandsetzung durch Mechaniker.
  • Federnder Stift in der Glühlampenfassung klemmt und reicht nicht an den Kontakt der Glühlampe. -Abhilfe: Der Fehler wird sich meist durch leichtes Seitwärtsdrücken des klemmenden Stiftes beheben lassen.

Beim Versagen oder flackern des Lichtes sind vorstehend aufgeführte Fehlermöglichkeiten nacheinander zu prüfen.
Um feststellen zu können, ob die Batterien noch Strom geben, prüft man sie einzeln mit einer Glühlampe, von der man bestimmt weiß, dass sie in Ordnung ist. In ähnlicher Weise lassen sich auch die Glühlampen mit einer brauchbaren Batterie prüfen. Eine durchgebrannte Glühlampe ist meistens an der Beschädigung des Glühfadens zu erkennen.

Auswechseln der Batterien
Öffnen des Gerätebehälters, Herausnehmen der Batterien unter vorherigem Anheben mit einem Gurtband.
Die neuen Batterien werden von dem Garantiestreifen befreit, die Kontaktstreifen werden vorsichtig so weit nach außen umgebogen, dass sie beim Einsetzen in das Batteriefach fest an den Wänden anliegen.
Darauf achten, dass alle drei Pluspole auf der einen und die Minuspole auf der anderen Seite nebeneinander zu liegen kommen, da sonst Kurzschluss entstehen kann.
Die im Handel bezogenen Taschenlampenbatterien sind nicht immer gleichmäßig in ihren Abmessungen. Im Bedarfsfalle müssen die Batterien durch selbstgefertigte Pappstreifen zwischen den Batterien oder durch Auflegen auf die Batterien festgelegt werden.

Auswechseln der Glühlampen
Hineindrücken der Glühlampe in die Fassung, bis die Stifte bei Linksdrehung der Glühlampe aus den Führungsschlitzen der Fassung herausgleiten können. Die neue Glühlampe ist aus der Gerätetasche zu entnehmen und in die Fassung einzusetzen (Stifte in die Schlitze, nicht lackierte Seite der Glaskugel dem Spiegel zugewendet) und bis zum Anschlag eindrücken, dann nach rechts in die Bajonettfassung drehen und leicht nach oben ziehen.

Sollte bei einwandfreien Batterien und Glühlampen nach Prüfung aller Fehlermöglichkeiten die Lampe nicht brennen, ist die Leitungszuführung in der Gerätetasche unterbrochen.
Das Gerät ist dann von fachmännischer Seite instand zu setzen.

 


Verwendung im Kriege

Blinkgeräte waren bereits im ersten Weltkrieg weit verbreitet. Das K-Blink selbst wurde jedoch erst später, ab ca. 1930 eingeführt.
Die Ära der Lichtmorsezeichen war zwar bereits am vorübergehen, aber trotzdem bot diese Art der Kommunikation noch immer eine gewisse Ausfallsicherheit. Die Gefahr des Abhörens konnte bei korrekter Anwendung verringert, jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Soldaten der Reichswehr über 1932 mit einem K-Blink
Soldaten der Reichswehr über 1932 mit einem K-Blink


Feldfernsprecher und Funkgeräte, welche eine viel höhere Reichweite und weitergehende Möglichkeiten boten übernahmen zum sehr großen Teil die Aufgabe der Nachrichtenübertragung im 2. Weltkrieg.
Aber: Die Behauptung, dass das K-Blink im zweiten Weltkrieg nicht verwendet wurde ist schlichtweg falsch!
Es war fester Bestandteil des Reiberts, auch noch im Jahr 1942. Nachrichtensoldaten wurden weiterhin auch im Blinkdienst ausgebildet.
Ein weiteres Indiz für die Verwendung bis 1945 hin sind Fotobelege. Das letzt datierte, dem Autor vorliegende Foto stammt aus der Normandie und ist mit dem 03.06.1944 datiert.

Gebirgsjäger 1943 auf einer Übung
Gebirgsjäger 1943 auf einer Übung


Das K-Blink war sicherlich kein Kommunikationsmittel dieser Zeit, aber es war leicht zu bedienen, hatte ein geringes Gewicht und bot eine hohe Ausfallsicherheit. Somit blieb es bis zum Kriegsende fester Bestandteil der bei der Wehrmacht verwendeten Nachrichtenmittel.

 

Quellen

Heeresdienstvorschrift (H.Dv.) 88/6 - "Das kleine Blinkgerät" - Berlin 1932, unveränderter Nachdruck 1934 mit zwei zusätzlichen Ausbildungsschwerpunkte
Der Reibert für den Nachrichtenmann

 

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.