Dieses wird wahrscheinlich das größte Projekt welches ich jemals in Angriff nehmen werde.
Aber ich habe mich nun im Jahr 2019 nach gründlicher Überlegung endgültig dazu entschlossen dieses Projekt zu beginnen!

Alle Fortschritte zu diesem Projekt werden hier auf www.nachrichtentruppe.de in Form eines Blogs veröffentlicht.

 

Ein Puzzle das bei "0" startet

Nun aber erst einmal von Vorne.

Ich möchte gerne den Funkkraftwagen aufbauen mit welchem mein Großvater die Hälfte des Russlandfeldzuges der Wehrmacht miterlebt hatte.

Der Funkkraftwagen um welchen es geht, kennen viele bereits. Es handelt sich um den Funkkraftwagen auf meiner Startseite:

Ersatz-Funkwagen Citroen U23 Wehrmacht

 

Dieses Bild wurde tatsächlich im Winter 1941 vor Leningrad aufgenommen. Aber der Funkkraftwagen hat meinen Großvater bis Ende 1943, Anfang 1944 begleitet. Was dann mit ihm geschehen ist wird wohl leider für immer im Unbekannten bleiben.

 

Es war schon immer mein heimlicher Traum genau diesen Funkkraftwagen wieder aufzubauen, zu fahren und zu pflegen.

Aber aller Anfang ist schwer, denn: Ich habe nur einige wenige Bilder aus dem Fotoalbum meines Großvaters und es begann tatsächlich damit, dass ich erst einmal herausfinden musste um welchen Fahrzeugtyp es sich überhaupt handelt.

Aber wozu hat man denn schon eine eigene Webseite und ist in Sammlerkreisen bekannt... Sicherlich wird sich jemand finden, der das KFZ genau bestimmen kann.
Und so war es!
Ein befreundeter, in Sammlerkreisen sehr bekannter Sammler konnte das KFZ sehr zügig identifizieren: Ein Citroen U23!
Nun wusste ich schon einmal was ich da überhaupt aufbauen möchte und konnte ein Ziel definieren:

Ich baue einen authentischen, also originalen (Ersatz-)Funkkraftwagen der Wehrmacht zusammen. Als Trägerfahrzeug dient ein Citroen U23 (Typ 23).

Der Citroen U23 wurde übrigens in relativ großen Stückzahlen an die Wehrmacht geliefert. Das Interessante ist aber, dass er eigentlich nicht als Funkkraftwagen eingesetzt war. Und genau das macht die Sache nun kompliziert, aber mehr dazu später!

 

Das ist also der Anfang. Ich kenne den Fahrzeugtyp. Aber was kommt logischerweise als Nächstes?

Zu Beginn standen erst einmal allgemeine Überlegungen:

  • Habe ich genug Platz um einen Oldtimer dieser Dimension aufzubauen?
    • Ja, zum Glück. Wir leben auf einem alten Bauernhof und haben sogar eine Scheune welche sich perfekt als Unterstand und Werkstatt eignet.
  • Habe ich die nötige Zeit um dieses Projekt zu verwirklichen?
    • Da ich Frau und Kinder habe wird man das sehen müssen. Aber es eilt ja nicht. Ob es nun 2 oder 15 Jahre dauert... Es geht mir darum dieses Projekt zu verwirklichen. Und ich brenne für mein Hobby! Also wird sich Zeit finden.
  • Wie sieht es aus mit den Kosten?
    • Da es sich um einen sehr lange gehegten Traum handelt, habe ich bereits einiges angespart. Ich habe hier jedoch trotzdem mit einer recht hohen Summe kalkuliert. Wie hoch die Kosten letztlich ausfallen werden ist nicht wirklich kalkulierbar aber ich hoffe dass ich mit meinen Planungen einigermaßen richtig liege.
  • Für den Funkkastenaufbau ist in jedem Fall Know How von Ingenieuren und Handwerkern gefragt. Habe ich die nötigen Kontakte zu solchen Leuten?
    • Zum Glück befinden sich die wichtigsten Berufsgruppen in der Familie und im Freundeskreis. Ich selbst bin auch von Berufswegen technisch und handwerklich nicht unbegabt.

Von dem befreundeten Sammler habe ich mehrere Tipps bekommen. Er selbst hat bereits zwei KFZ.17 der Wehrmacht restauriert und aufgebaut, hat also wirklich immense Erfahrungen sammeln können und ist sicherlich ein absoluter Experte auf diesem Gebiet.

Ein wichtiger Rat von ihm: Der Funkausrüstung und dem Zubehör muss besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden!
Das bedeutet um die richtigen Ausmaße des Interieurs und auch des Funkkastens korrekt definieren zu können sollte das meiste Zubehör vorhanden sein. Zum Glück habe ich auch bereits sehr viel Zubehör. Einige Teile fehlen noch, dazu jedoch mehr in einem weiteren Teil in welchem es um die Technik im Inneren geht.

Der "Funkkasten" ist übrigens der kastenartige Aufbau der den Soldaten als Unterbringung für ihre Funktätigkeit diente. Mehr Details hierzu wird es in einem späteren Teil geben.

 

Anbei sind Bilder aus dem Kriegsfotoalbum meines Großvaters zu sehen.

Citroen U23 Funkwagen Seitenansicht

 

Citroen U23 Funkwagen Seitenansicht

 

Es sind noch einige weitere Bilder vorhanden, aber alle befinden sich leider in dem gezeigten "Detailgrad". Das Innere ist nur zu erahnen. Von Details kann man also eigentlich nicht reden.

 

Um nun möglichst logisch vorzugehen Teile ich das Projekt in drei Teilprojekte auf:

  1. Lastkraftwagen Citroen U23
  2. Kofferaufbau
  3. Funktechnik

So habe ich die Möglichkeit geordnet an allen drei Teilprojekten zu arbeiten und diese dann am Ende zu dem Großprojekt "Ersatz-Funkkraftwagen Citroen U23" der Wehrmacht zusammenzufügen.

Einige bisher gesammelte Fakten zu diesen drei Teilprojekten:

 


Was wir über den Lastkraftwagen wissen:

Der Citroen U23 wurde in einer nicht geringen Stückzahl an die Wehrmacht geliefert. Auch wurden viele als Beutefahrzeuge der französischen und der polnischen Armee verwendet. Er hatte eine Nutzlast von 1,5t bis 1,8t. Diese Lastkraftwagen wurden jedoch in der Regel als Versorgungs-LKW genutzt, zumindest geht das aus der Masse der Bilder hervor welche ich bisher im Netz gefunden habe. Abgesehen davon sammle ich seit über 20 Jahren Fotos von Funkkraftwagen der Wehrmacht. Ein solches Modell als ErsatzFunkkraftwagen habe ich (abgesehen von diesem Exemplar) noch nie gesehen. Ob es sich bei dem U23 um ein an die Wehrmacht geliefertes Exemplar oder ob es sich um ein Beutefahrzeug handelte bleibt vorerst unbekannt.

 

Was wir über den Kofferaufbau wissen:

In jedem Fall ist dieser Citroen U23 hier eingesetzt als sogenannter Ersatz-Funkkraftwagen. Das bedeutet, dass die Soldaten aus einem vorhandenen Fahrzeug einen Funkkraftwagen durch entsprechende Änderungen am vorhandenen Kofferbaufbau hergestellt haben. In der Regel wurde der Kofferaufbau komplett neu und eigens aufgebaut. Aber genau bei diesem Kofferaufbau bin ich mir da nicht so sicher. Zwar gab es Kofferaufbauten für den Citroen U23, aber dieser Funkkoffer ist besonders, da es so scheint als wäre er aus Blech was für Funkkofferaufbauten der Wehrmacht absolut untypisch ist. 
Im Ergebnis bedeutet das, dass ich hier noch sehr viele und intensive Recherchen anstellen muss. Eventuell wurde ein vorhandener Kofferaufbau der Franzosen genutzt. Die Frage ist also ob es solch einen Kofferaufbau gab?

 

Was wir über die Funktechnik wissen:

Sicher weiß ich, dass in dem Wagen ein Torn.E.b. (Tornisterempfänger Berta) stand. Außerdem befand sich in dem Funkkraftwagen ein 100 W.S. (100 Watt Sender).
Beides kann man auch mit viel Fantasie erahnen. Ganz sicher sieht man auf dem letzten Bild einen eingepackten Torn.E.b. mit Zubehörtornister in der Tür stehen. Gegebenenfalls steht im Hintergrund sogar noch ein Torn.E.b.. Auf einigen Bilder sieht man ganz klar einen 5m Steckmast mit einer Schirmantenne 3/3.
Aufgrund der Geräte und der Erzählungen meines Großvaters weiß ich auch um welchen Funktrupp es sich handelte.
Der Aufbau muss für einen "Mittleren Funktrupp b motorisiert" - (m.Fu.Tr.b (mot)) erfolgen. Mehr dazu aber in einem späteren Beitrag.

Aufgrund der Größe, der Gerätschaften und aller weiteren bisher zusammengetragenen Informationen handelt es sich mit der großer Sicherheit um einen Ersatz-Funkkraftwagen für ein KFZ.61.

 

So setzt sich ein Puzzleteil an das Andere.

Natürlich steht jetzt Recherche an. Viele Stunden, Tage, Wochen und vielleicht sogar Monate an Recherchearbeit! Ich werde hier über jeden neuen Stand informieren! 

 

Suchaufruf!

Ganz wichtig für mich ist an einen authentischen Citroen Typ 23 vom Baujahr 1935 - 1943 zu kommen.

Daher möchte ich nun über meine Webseite einen Suchaufruf starten und bitte alle Leser diese Suche nach Möglichkeit zu teilen und publik zu machen.

 

  • Ich suche einen originalen Citroen Typ 23 vom Baujahr 1935 - 1943. Im Idealfall handelt es sich um ein an die Wehrmacht geliefertes oder als Beutefahrzeug bei der Wehrmacht genutztes Exemplar! Der Zustand sollte nicht sehr schlecht sein, aber ich nehme trotzdem gerne Angebote in jedem Zustand an!
  • Ich suche originale Teile, Teilelisten und Beschreibungen für den Citroen Typ 23 Baujahr 1935 - 1948.
  • Ich suche Fotos, Bilder, Merkblätter, Dienstanweisungen zum Citroen Typ 23 (U23) von der Wehrmacht.
  • Ich suche folgende Dienstanweisungen:
    • D 942/1 - Funkgerät des mittleren Funktrupp b (mot.) mit Fu. Kw. (Kfz.61)
    • D 804/2 - Beladeplan des Kfz.61
  • Ich suche alles an Hinweisen und Informationen zum Citroen U23 und seiner Verwendung in der Wehrmacht.

 

Wer Informationen, Teile oder sogar einen originalen Citroen Typ 23 zu veräussern hat, kann sich jederzeit gerne bei mir unter den folgenden Daten melden:

https://nachrichtentruppe.de/kontakt

 

Ich bin über jede Hilfe, über jedes weitere Puzzleteil sehr sehr dankbar! :-)

 

Hier geht es zu den bisher erschienenen Artikeln zu diesem Projekt:

 

Ersatz-Funkwagen Citroen U23 - Kfz.61 der Wehrmacht - Grundlagen zu behelfsmäßigen FunkkraftwagenWehrmacht Ersatz-Funkwagen Citroen U23 Kfz.61 - Grundlagen zu behelfsmäßigen Funkkraftwagen

 

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