Eine sehr häufige Frage ist die Frage danach, wie man einen Feldfernsprecher 33 auf Funktion überprüft.

In diesem Beitrag finden sie eine ausführliche Anleitung zur Prüfung des Feldfernsprecher 33.

 

Der Feldfernsprecher 33 musste vor jeder Inbetriebnahme geprüft werden. Das Verfahren hierzu nannte sich "Beschleunigte Funktionsprüfung". 

 

Prüfung durch heutige, vorhandene Mittel für Laien 

Wir wollen zuerst auf eine Methode eingehen, die mit heutigen verfügbaren Mitteln möglich ist.

Hierzu werden grundlegend folgende Materialien benötigt:

  • Ein kompletter Feldfernsprecher 33 (Inklusive Hörer und Kurbel)
  • Ein Kupferdraht (z.B. von einem Stromkabel, Telefonkabel oder zur Not auch einfach eine Büroklammer)
  • Eine 4,5 Volt Blockbatterie
Materialien zur Prüfung des Feldfernsprecher 33
Materialien zur Prüfung des Feldfernsprecher 33

 

Ausgangslage

Die Kurbel wird rechts in den Feldfernsprecher reingedreht. Der Feldfernsprecher ist offen, der Hörer ist eingesteckt. Die beiden Kontaktklemmen La und Lb/E sind nach oben gedreht, so dass die Kontaktlöcher frei sind:

Eingedrehte Kurbel im FF33
Eingedrehte Kurbel im FF33
Geöffneter FF33 mit eingestecktem Hörer
Geöffneter FF33 mit eingestecktem Hörer
Hochgedrehte Drehklemmen
Hochgedrehte Drehklemmen

 

Schritt 1

La und Lb/E werden durch einen Draht oder Ähnliches verbunden. Hierzu einfach beide Drahtenden "zwirbeln" und je ein Ende des Drahtes in La und Lb/E stecken und die Drehklemmen so zudrehen, dass das Kabel nicht mehr herausrutscht. Die Klemmen können ruhig etwas fester geschlossen werden:

Telefondraht in Feldfernsprecher

La und Lb/E verbunden mit Draht
La und Lb/E verbunden mit Draht

 

Dieser erste Schritt reicht vollkommen um die erste Prüfung durchzuführen. Und zwar zum Prüfen des Kurbelinduktors, der Induktorkontakte, der Drehklemmen und der Klingel, die korrekt übrigens "Wecker" genannt wird.

Wie funktioniert das?

Ganz einfach: Man drückt nun, nachdem Schritt 1 durchgeführt wurde, die Prüftaste. In dem Fall des hier vorgestellten frühen Modells eines Feldfernsprecher 33 ist das die weiße Taste. Es gibt diese Tasten aber auch noch in Schwarz, Braun oder Rot!

Prüftaste des FF33
Die Prüftaste

 

Die Prüftaste bleibt gedrückt und gleichzeitig kurbelt man nun an der Kurbel.

Das Ergebnis sollte genau so aussehen wie in unserem Video:

 

 

Danach lässt man die Prüftaste los und kurbelt wieder. Das Kurbeln sollte deutlich erschwert sein und immer nur "Stück für Stück" funktionieren.

Wenn der Wecker beim Drücken der Prüftaste geklingelt hat und das Kurbeln ohne Prüftaste erschwert ist, funktionieren die oben genannten Komponenten sicher!

 

Wie sieht es aber mit dem Hörer aus? Hierzu gehen wir weiter zu Schritt Zwei:

 

Schritt 2

Um den Hörer zu testen wird nun eine Batterie angeschlossen. Der Weckstrom für die Klingel lief stets über den Kurbelinduktor. Als Stromquelle für den Hörer diente jedoch eine Blockbatterie, welche in das sogenannte Batteriefach exakt hineinpasste.

Solche Blockbatterien werden schon lange nicht mehr hergestellt. Man muss daher auf modernere 4,5 Volt Blockbatterien zurückgreifen. Diese werden leider auch immer seltener. Als Alternative gibt es im Fachmarkt auch Adapter zu kaufen.

Diese Blockbatterie wird jetzt mit "-" an die mit "-" und "+" an an die mit "+" gemarkte Stelle verbunden. Nicht alle Feldfernsprecher haben diese Information aufgedruckt, daher zeigen wir dies hier noch einmal genau:

Stromverbindung Feldfernsprecher 33Blockbatterie Feldfernsprecher 33

 

Sobald die Batterie wie oben gezeigt angeschlossen wurde, kann man den Hörer testen. Der Hörer heißt korrekt übrigens "Feldhandapparat".

Der Hörer wird nun gewöhnlich an das Ohr gehalten. Zum Testen wird am Hörer die Sprechtaste gedrückt. Wenn man nun in den Hörer spricht sollte man sich selbst hören können. Ansonsten liegt ein Problem im Stromlauf vor:

Sprechtaste Feldfernsprecher 33
Drücken der Sprechtaste

 

Ob man es nun glaubt, oder nicht - Das was es schon und so einfach ist es!

 

Prüfung bei der Wehrmacht

Wie aber ist das korrekte Prozedere bei der Wehrmacht gewesen?

Aufschluss hierüber geben der Reibert und natürlich die Lehrhefte über die Fernsprechgerätelehre. 

Bei der Wehrmacht wurde zwischen der Rufeinrichtung und der Sprecheinrichtung unterschieden. Bei der Rufeinrichtung geht es um das Testen des Indukturstomes zum Rufen und bei der Sprecheinrichtung geht es explizit um den Feldhandapparat inklusive des Stromlaufs.

Man verwendete zum Testen eine sogenannte Vermittlungsschnur und Steckte diese dann in die Klinken des Feldfernsprechers.

 

Die Prüfung nach Lehrbüchern der Wehrmacht ging exakt wie folgt:

  1. Prüfen der Rufeinrichtung:
    1. Stöpsel 1 der Vermittlungsschnur in Klinke 1 Stecken.Stöpsel 2 mit der Spitze gegen die Klemme Lb/E halten, Induktorkurbel drehen, dabei
      1. Prüftaste drücken - Wecker muss tönen,
      2. Prüftaste loslassen - Wecker darf nicht tönen.
    2. Stöpsel 2 mit dem Hals gegen Klemme La halten. Sonst wie unter 1
    3. Stöpsel 1 der Schnur in Klinke 2 stecken. Sonst wie unter 2.Geprüft sind: Kurbelinduktor, Induktorumschaltekontakt, Wecker, Klinken 1 und 2, Vermittlungsschnur a- und b- Ader, Prüftaste, Zuleitung zu den Klemmen La und Lb/E.
  2. Prüfen der Sprecheinrichtung
    1. Mechanische Prüfung der Anschlussklemmen für das Feldelement. Muttern müssen fest sitzen und dürfen keinen Grünspan angesetzt haben. Drahtenden dürfen nicht so weit über die Klemmen hinausragen, dass sie das Deckelscharnier berühren. Kurzschlussgefahr!
    2. Blasprobe. Gleichmäßig stark in das Mikrofon blasen, dabei:
      1. Sprechtaste drücken - Rauschen im Fernhörer hörbar.
      2. Sprechtaste loslassen - kein Rauschen hörbar.Geprüft sind: Mikrofonstromkreis, Fernhörer, Wicklung III (und IV) der Sprechspule
    3. Rufprobe wie unter I. 1.1. dabei Fernhörer zwischen Ohr und Kragen des Uniformrockes einklemmen. Rasseln im Fernhörer hörbar.Geprüft sind: Wicklung II, III (und IV) und Anschlüsse der Sprechspule und Kondensator C1.
    4. Blasprobe wie unter II. 2.1. dabei:
      1. Nur bei Feldfernsprecher 33 alter Art:Stöpsel 1 in Klinke 1 stecken, Spitze des Stöpsels 2 mehrmals an Klemme Lb/E bringen - bei Berührung wird Rauschen in Fernhörer leiser.
      2. Nur bei Feldfernsprecher 33 neuer Art:Stöpsel 1 in Klinke 1 stecken, Stöpsel 2 in Klinke 1 eines zweiten Feldfernsprechers 33 n.A. mehrmals hineinstecken und herausziehen. (Der Stecker des Handapparates im zweiten Feldfernsprecher muss eingesteckt sein.) Bei gestecktem Stöpsel ist das Rauschen im Fernhörer leiser als bei herausgezogenem Stöpsel. 
      3. Geprüft ist: Ordnungsgemäßer Zustand der Sprechspule.

 

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