Ein Feldtelefon hatte (und hat) viele Vorteile. Die Fernsprechanlagen waren sehr robust und für den Einsatz im Feld bestens geeignet.

In diesem Zusammenhang wird man sehr häufig gefragt, was es denn mit den Betriebsarten auf sich hat. Dieser Beitrag soll hierzu eine kurze Erläuterung geben.

 

Grundsätzlich gab es vier Betriebsarten:

  1. OB - Orts- Batterie- Betrieb
  2. SB - Schlusszeichen- Batterie- Betrieb
  3. ZB - Zentral- Batterie- Betrieb
  4. W - Wählbetrieb (eine sehr alte Bezeichnung hierfür war  SA - Selbstanschluss)

Aber was genau kann man sich nun unter diesen Begriffen vorstellen?

 

1. OB - Ortsbatteriebetrieb:

Beim Ortsbatteriebetrieb diente die Batterie als Stromquelle für das Mikrofon. Um zu Sprechen muss hierzu die Sprechtaste am Hörer gehalten werden. Zum Hören muss sie wieder losgelassen werden. Das Anrufsignal, also das Klingeln am anderen Apparat wird durch Kurbeln am Kurbelinduktor erreicht. Auf der Leitung fließt kein Gleichstrom! Es fließt nur der induktive-, sowie der Sprechstrom.

 

2. SB - Schlusszeichenbatteriebetrieb

Hier laufen die Mikrofoneinspeisung, sowie der Anruf genau wie beim OB. Allerdings wird hier nur eine selbsttätige Schlusszeichengabe bewirkt. Im Schnurpaar der geschalteten Vermittlung sind zwei Sternschauzeichen eingebaut. (Sternschauzeichen sind elektromechanische Anzeigen). Außerdem befindet sich auf der Vermittlung die Schlusszeichenbatterie (SB- Zusatz). Mikrofon- und Mikrofonbatterie sind ebenfalls primärseitig geschaltet (also vom Feldtelefon aus). Ist von der Schlusszeichenbatterie über das gestöpselte Schnurpaar, das Sternschauzeichen, Anschlussleitung und Sprechstelle ein Stromkreis geschlossen, so leuchten diese Schauzeichen auf. Sofern diese Schlusszeichen aufleuchten bedeutet das, dass das Gespräch beendet ist. Der Stromkreis ist also dann geschlossen, wenn der Feldhandapparat aufgelegt wird. Heute kennt man dieses Prinzip noch von den Telefonen, bei denen der Hörer auf eine Gabel gelegt werden muss.

Eine kleine Auflistung von SB- Apparaten:

  • Feldfernsprecher 33 mit SB- Zusatz
  • Feldfernsprecher 26
  • OB 05
  • OB 04 durch Einschalten eines Kondensators von 2 Mikrofarad vor den Fernhörer
  • Untersatz C

 

3. ZB - Zentralbatteriebetrieb 

Die Mikrofonspeisung erfolgt hier zentral vom Amt her. Das bedeutet also, dass sich zentral eine starke Batterie befindet. Diese Batterie nennt man Zentralbatterie. An diese Batterie sind alle Teilnehmer angeschlossen. Der Mikrofonspeisestrom liegt daher auf der ganzen Anschlussleitung. Das Mikrofon der Sprechstelle ist bei ZB- Betrieb in die Leitung geschaltet. Sekundärseite und Fernhörer sind örtlich geschaltet. Der Mikrofonspeisestrom fließt beim Abheben des Handapparates über die Speisedrosseln zum Teilnehmer. 

Der Stromkreis ist geschlossen. Die Speisedrosseln trennen Gleich- und Spannungswechselstrom voneinander. Sie verhindern, dass der Sprechwechselstrom zur Zentralbatterie fließt. Hierdurch würde man sämtliche Verbindungen innerhalb des Postamtes mithören. Es käme also zu starkem Übersprechen. Heist: Man würde nichts mehr verstehen. Diese Speisedrosseln sind daher ein sehr wichtiger Bestandteil einer ZB- Vermittlung.

Zu dieser Betriebsart habe ich eine sehr schöne Notiz eines Luftnachrichtensoldaten: "Ich rufe indem ich den Handapparat abhebe. Auf dem Amt leuchtet die Anruflampe auf. Wenn Gespräch beendet, Handapparat auflegen. Auf dem Amt leuchtet Schlusslampe auf. Das Amt ruft mit Rufwechselstrom."

Ein ZB- Apparat ist der Amtsanschliesser 33.

 

W - Wählbetrieb

Mikrofonspeisung wie bei ZB. Das Verbinden auf der Vermittlung erfolgt nicht mittels Verbindungsmann und Stöpsel (ja, die nannten sich wirklich so), sondern beim Amt werden Relais und Magnete durch kurzzeitige Unterbrechung des Amtsgleichstromes (Stromimpulse) erregt, die einem Leitungswähler auf eine gewünschte Teilnehmerleitung dirigiert. Das Amt ist also eine elektromagnetische Einrichtung.

Auch hier habe ich interessante, handgeschriebene Notizen des Luftnachrichtenmannes:

"Vorgang bei einem Anruf - merken: Ich hebe den Handapparat ab, Amtsgleichstrom ist geschlossen. Im Fernhörer ertönt das Amstszeichen. In jeder Sekunde ein Summerton. Ich wähle die Nummer. Durch den Rücklauf der Nummernscheibe wird der Amtsstrom entsprechend der gewählten Zahl kurzzeitig unterbrochen. Die Stromimpulse erregen im Amt Elektro- Hub und Elektro- Drehmagnet. Diese dirigieren den Leitungswähler auf meinen gewünschten Teilnehmer.

Wenn Leitung frei, ertönt in meinem Fernhörer das Freizeichen (Tuten). Zugleich schickt die Rufmaschine des Amtes Rufstrom in die verbundene Leitung. Der Teilnehmer meldet sich.

Gespräch beendet. Ich lege auf. Relais und Magnete im Amt werden stromlos und fallen zusammen. Die Verbindung ist getrennt."

Der Soldat hat alles sehr gut beschrieben wie ich denke. Jeder sollte sich noch an die Wählscheibentelefone erinnern, welche bis zum Ende der 1990er Jahre verwendet wurden. Das Prinzip ist identisch.

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