Die Kommunikation innerhalb einer Batterie spielte gerade bei der schweren Flugabwehr eine sehr große Rolle.

Eine Flakbatterie konnte das Feuer entweder konzentriert oder auch einzeln auf bewegte Ziele am Himmel eröffnen.

Kommunikation innerhalb einer 8,8cm Flakbatterie
Kommunikation innerhalb einer 8,8cm Flakbatterie

Da sich Flugzeuge mit einer recht erheblichen Geschwindigkeit durch die Luft bewegen, gab es jedoch eine klare Besonderheit bei der Flak:

 

Denn bis die Granaten ihr Ziel erreichten dauerte es einige Sekunden. Dies führt unweigerlich dazu, dass "vorgehalten" werden musste. Man musste also Richtung, Höhe und Geschwindigkeit des Flugzeuges kennen um dann auf die Stelle zu schießen, an der sich das Flugzeug nach der Zeit X und Strecke Y befand.

Die Munition der schweren Flakgeschütze war in der Regel meist mit einem Zeitzünder versehen, der korrekt auf die entsprechende Entfernung eingestellt werden musste. Wichtig zu wissen ist auch, dass die Munition der schweren Flak die Aufgabe hatte, durch Splitterwirkung möglichst hohen Schaden anzurichten. Es wurde also in einen Bomberpulk geschossen, die Geschosse explodierten in der Luft und die Splitter dieser Geschosse sollten größtmöglichen Schaden anrichten. Bei der sogenannten leichten Flak wurde dagegen möglichst genau ins Ziel geschossen. Eine Splitterwirkung wurde hier nicht benötigt.

Drei grundlegende Angaben waren also nötig: Kurs, Geschwindigkeit und Höhe. Die Geschütze benötigten diese Informationen um dann quasi auf die Stelle zu schießen, an der sich der Bomberpulk zum Zeitpunkt der explodierenden Geschosse befand. Die Zünderzeit musste ebenfalls anhand dieser Informationen eingestellt werden.

Technik der 8,8cm Flak 41
Technik der 8,8cm Flak 41

Neben den reinen Flakgeschützen gab es also noch weitere Gerätschaften, die nur die Aufgabe hatten, Flugzeuge zu orten, ihre Geschwindigkeit, Kurs und Höhe zu ermitteln. Genannt seien hier z.B. das Kommandogerät, Horchgeräte, oder die ersten Radaranlagen.

Innerhalb einer typischen schweren Flakabteilung war jedoch vorrangig das Kommandogerät zur Kommunikation mit den einzelnen schweren Flakgeschützen verbunden.

Hitlerjunge, der als Flakhelfer eingesetzt wurde
Einer der vielen Hitlerjungen, der als Flakhelfer eingesetzt wurde. Deutlich zu erkennen sind der Fernsprechanschlusskasten und die Sprechgarnitur

Man kann sich nun leicht vorstellen, dass die Kommunikation mit den einzelnen Geschützen unbedingt gesichert sein musste, da nicht nach Sicht gezielt wurde.

Der Fernsprechanschlusskasten
Der Fernsprechanschlusskasten

 

Genau zu diesem Zweck befanden sich an jedem Geschütz Anschlusskästen, an die Hörer und Sprechgarnituren angeschlossen werden konnten. Diese Kästen waren komplett aus Bakelit gefertigt und vollkommen wasserdicht.

Die genaue Bezeichnung dieser Anschlusskästen war "Fernsprechanschlusskasten".

Kasten und Anschlussdeckel hatten die Versorgungsnummern L38040 und L38018.

An jeden einzelnen Kasten konnten eine Fernsprechgarnitur (L38042) und zwei Hörgarnituren (L38122) angeschlossen werden.

Fernspechanschlusskasten mit Fernsprechgarnitur
Fernspechanschlusskasten mit Fernsprechgarnitur L38042

 

Den Fernsprechanschlusskasten gab es in zwei Ausführungen:

1. Einzelkästen

2. Kästen mit zwei Anschlussstücken

 

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