Wer marschieren und die Strapazen des Krieges erleiden musste, der bekam bei seinem Dienst natürlich großen Durst.

Die Feldflasche 31 war die Feldflasche, die den Nachrichtensoldaten durch die Ausbildung und durch den kompletten Krieg begleitete.

Funker bei einer Pause
Funker während einer Gefechtspause beim Essen und Trinken

 

Nachrichtensoldaten bei einer Übung mit kleinem Feldklappenschrank
Nachrichtensoldaten bei einer Übung mit kleinem Feldklappenschrank. Die Feldflasche wurde sehr häufig auch bei direktem Kampfeinsatz mitgeschleppt. Sie klapperte jedoch gerne am Koppel, wodurch an vorderster Linie der Becher häufig weggelassen wurde. Auch störte die Feldflasche gerne mal am Koppel, wenn man sich schnell hinlegen musste und sie in der Hüfte hing.

 

Verschiedene Varianten der Feldflasche 31
Verschiedene Varianten der Feldflasche 31

 

Typisch für die Feldflasche 31 ist die längliche, runde Form und ein Filzüberzug. Durch einen Riemen, der direkt an der Feldflasche befestigt war, konnte sie direkt am Brotbeutel 31 getragen werden.

 

Die Feldflasche 31 bestand im wesentlichen aus drei Teilen:


1. Feldflaschenkorpus

Der Feldflaschenkorpus konnte 0,8 Liter Flüssigkeit fassen und wurde aus einem gezogenen Stück Aluminiumblech hergestellt. Im Laufe des Krieges, als die Rohstoffe knapper wurden, wurde der Korpus auch aus Eisen gefertigt, welcher an einer Seite geschweißt und danach emailiert oder lackiert wurde.
Der Korpus war an einer Seite nach außen gewölbt und auf der anderen Seite einfach flach. Auch der Flaschenboden war abgeflacht.
Der Flaschenhals bestand aus 4 Gewindegängen, auf die der Schraubverschluss aufgeschraubt wurde, der sich am Feldflaschenriemen befand. Siehe hierzu etwas weiter unten: "Feldflaschenriemen mit Schraubverschluss".
Der Herstellerstempel befindet sich meistens am Feldflaschenhals. Eine Ausnahme bildet hier die sogenannte "Kokosnussfeldflasche". Siehe hierzu den Abschnitt "Kokosnussfeldflasche".

Eine typische Feldflasche 31
Eine typische Feldflasche 31 mit schwarz lackiertem Aluminiumbecher

 

Feldflaschenkorpus aus späterer Produktion
Feldflaschenkorpus aus späterer Produktion - Schön zu sehen ist die Emaille rund um den Eisenkorpus, die vor Korrosion schützen sollte. Der Hersteller ist geprägt mit "FWBN 43" - Produktionsjahr 1943
Herstellerstempel am Flaschenhals einer früheren Produktionsreihe
Herstellerstempel am Flaschenhals einer frühen Produktionsreihe aus Aluminium

 

 

2. Filzüberzug

Der Filzüberzug bestand aus braun gemischtem Filz und wurde aus zwei Teilen zusammengenäht. Der Feldflaschenbezug konnte problemlos abgenommen werden, da er an einer Seite vier Druckknöpfe hatte, die sich an einem ca. 15cm langen Schlitz befanden.
Diese Knöpfe weisen meistens eine Prägung in Form eines Sterns auf. Bei späteren Feldflaschen variierten jedoch die Druckknöpfe in Größe und Form.
Der Schlitz für die Druckknöpfe war, genau wie der offene Bezugrand am Flaschenhals mit braunem Tuch übernäht.
Der Schlitzrand für die Druckknopfunterteile wurde meistens noch einmal mit einem Filzstreifen unterlegt, damit die Druckknopfunterteile nicht am Korpus kratzten. Hier findet sich meistens auch der Herstellerstempel.
Am Boden des Bezugs befand sich ein Aluminiumstift, welcher mit einer Nietscheibe und einer Lederunterlage befestigt war. Dieser diente zum Fixieren des Feldflaschenriemens.
Ebenfalls zur Fixierung des Feldflaschenriemens dienten je eine Lederschlaufe pro Seite, die direkt am Bezug eingenäht wurden.

Herstellerstempel auf der Filzinnenseite
Herstellerstempel auf der Filzinnenseite

 

3. Feldflaschenriemen mit Schraubverschluss

Der Feldflaschenriemen bestand aus geschwärztem Leder. (Bei der Luftwaffe wurden auch Beriemungen mit braunem Leder verwendet).
Dieser Riemen war ca. 1,5cm breit und bestand zum einen aus dem Umlaufriemen und zum anderen aus dem Becherriemen mit Karabinerhaken, welcher auf dem Umlaufriemen angenäht war.
Der Hauptriemen hatte an seinem Ende den Schraubverschluss.
Am anderen Riemenende befand sich die Becherriemenbefestigung in Form einer schwarzen Rollschnalle mit einer Lederschlaufe.
Der Becherriemen musste an der flachen Flaschenseite in die Lederschlaufe eingeführt werden. Ein sich mittig befindendes Knopfloch wurde dazu genutzt, um den Riemen am Aluminiumstift, der sich am Feldflaschenboden befand, zu fixieren.
Es gilt zu erwähnen, dass sowohl der Hauptriemen als auch der Becherriemen an diesem Aluminumstift fixiert wurden.
Danach musste noch das Rollschnallenteil durch die fordere Lederschlaufe geführt werden. Der Feldflaschenriemen ermöglichte die Befestigung der Feldflasche u.A. am Brotbeutel 31.
Hierzu wurde der Karabinerhaken an der rechten Metallöse des Brotbeutels 31 eingehakt. Danach wurde die Schlaufe des Becherriementeils durch die untere Lederschlaufe des Brotbeutels geführt und dann wieder am Aluminumstift befestigt.

Frühe Form des Feldflaschendeckels
Frühe Form des Feldflaschendeckels mit Herstellerstempel

 

Der Schraubverschluss änderte im Laufe der Zeit seine Form: Frühe Modelle des Schraubverschlusses waren komplett aus Aluminium und hatten am oberen Rand eine rundum geriffelte Ausbuchtung.
Im Laufe des Krieges kamen vermehrt Schraubverschlüsse aus Bakelit zum Einsatz. Diese sind in zwei Formen bekannt: 1. Mit umlaufender, groben Riffelung
2. Genau wie bei den Aluminumverschlüssen mit einer am oberen Rand umlaufenden feinen Riffelung.
In jedem Falle aber befand sich auf dem Kopf des Schraubverschlusses ein Hersteller.
Der Schraubverschluss hatte im Inneren einen Gummipfropfen, der den Flascheninhalt vor Auslaufen schützte und die Flasche abdichtete.

 

Ausgefallene Variante der Feldflasche 31
Eine sehr ausgefallene Variante der Feldflasche 31. Das Leder der Beriemung ist komplett ungeschwärzt, der Schraubverschluss ist ein typischer später Schraubverschluss aus Bakelit.

 

Feldflaschenbecher

Feldflaschenbecher gibt es in allen möglichen Formen und Farben.
Die frühen Feldflaschenbecher bestanden komplett aus schwarz lackiertem Aluminium.
Es gibt jedoch auch frühe Feldflaschenbecher, die nach dem Vorbild der Feldflaschenbecher aus dem ersten Weltkrieg gefertigt wurden. Diese waren etwas langgezogener, hatten die 1/4 Liter Bezeichnung an der Seite und waren nicht lackiert.
Ab der Verfügung vom 23.04.1941 (HM41, Nr.435) mussten die Becher olivfarben lackiert werden.

Eine weit verbreitete Form des Feldflaschenbechers ist auch der berühmte Bakelitbecher. Dieser Becher hatte einen runden Querschnitt und keinen Griff mehr. Diese Bakelitbecher findet man meistens in der Farbe schwarz. Es gab sie jedoch auch noch in anderen Farben. Es sind sogar Exemplare in Rot oder Blau bekannt. Ob diese farblich vakanten Becher wirklich je zum Einsatz kamen, ist nicht bekannt. Es existieren leider keine Nachweisfotografien. (Zumindest keine dem Autor bekannten)
Der Feldflaschenbecher aus Metall wurde im Laufe des Krieges etwas vereinfacht, indem die Rundbördelung nicht mehr gemacht wurde oder die Nieten durch Schweißnieten ersetzt wurden.

 

Typischer Feldflaschenbecher der Wehrmacht
Ein typischer früher Feldflaschenbecher der Wehrmacht. Sehr schön zu sehen ist der Herstellerstempel mit Produktionsjahr.
Eine sogenannte
Eine sogenannte "Kokosnussfeldflasche" mit einem olivgrün lackierten Becher gemäß der HM41, Nr.435

 


Kokosnussfeldflasche

Die soganannte Kokosnussfeldflasche ist eine Variante der Feldflasche 31, die sehr stark an eine Kokosnuss erinnert.
Diese Feldflaschen wurden erstmals 1941/42 als Südfrontausrüstung produziert und bewiesen sich schnell als fronttauglich.
Es handelt sich hierbei wieder um einen normalen Feldflaschenkorpus aus Aluminium oder Stahl, der jedoch mit einer Isolierhülle aus holzartigem, dunkelbraunen Kunststoff bzw. aus kunststoffgetränktem Holz überzogen ist.
Diese Isolierhülle wurde anstelle eines Filzüberzuges verwendet.
Dies hatte den Vorteil, dass keine Lederteile mehr verwendet wurden, die in wärmeren Gefilden schnell austrocknen konnten.
Die "Kokosnussfeldflasche" wird oftmals als "Afrikakorpsfeldflasche" bezeichnet, was jedoch so nicht stimmt!
Vor allem gegen Kriegsende wurden diese Feldflaschen in höherer Anzahl produziert, was auch auf die Materialknappheit zurückzuführen ist. Daher findet man sie oftmals zusammen mit seltsamen, halbfertigen Riemenkonstellationen oder Bechern.
In der Regel jedoch bestanden die Feldflaschenriemen für diese Feldflaschen aus Webmaterial mit den bekannten Webverschlüssen.
Grundsätzlich handelt es sich bei der Kokosnussfeldflasche jedoch ganz klar um eine Variante der Feldflasche 31.

Eine typische Kokosnussfeldflasche
Eine typische Kokosnussfeldflasche mit der typischen Webberiemung
Herstellermarkierung auf einer Kokosnussfeldflasche
Herstellermarkierung auf einer Kokosnussfeldflasche

 

Materialveränderungen im Laufe des Krieges

Hier noch einmal zusammenfassend die Materialveränderungen der Feldflasche 31, welche im Laufe des Krieges vorkamen:
1. Feldflaschenkorpus aus Stahl -> seit ca. 1941 in immer größer auftretender Stückzahl (Siehe Abschnitt 2.1 - Feldflaschenkorpus
2. Bakelitverschlüsse
3. Einsatz von Ersatzlederstoffen wie Webmaterial oder billigerem Pressleder
4. Einsatz von Eisenteilen
5. Trinkbecher aus Bakelit
6. Filzüberzugersatz aus feinem Webmaterial oder sogar Lumpenmaterial
7. Vermehrte Herstellung der Kokosnussfeldflasche
8. Braunes, ungefärbtes Leder

Eine spätere Variante der Feldflasche 31
Eine spätere Variante der Feldflasche 31. - Aus Materialmangel wurde hier einfaches, sehr dünnes Schweineleder genutzt.

 

Eine späte Kokosnussfeldflasche mit einem Becher, welcher nur emailliert wurde
Eine späte Kokosnussfeldflasche mit einem Becher, welcher nur für den Rostschutz emailliert wurde und daher rot ist.

 

Späte Variante der Kokosnussfeldflasche
Ebenfalls eine sehr späte Variante der Kokosnussfeldflasche. Sehr einfache Form der Beriemung mit Verwertung einer Schnalle, die evtl. aus Restproduktion übrig blieb.

 

Stempel und Stanzungen

Noch einmal zusammenfassend die typischen Teile, auf denen Herstellerstempel zu finden sind:
1. Am Kopf des Schraubverschlusses
2. Am Flaschenhals (bei Kokosnussfeldflaschen auf dem Korpus)
3. Innen im Bezug in der Nähe der Druckknöpfe
4. An der nicht nach außen stehenden Seite des Feldflaschenriemens. Meistens an der Rückseite des Becherriementeils. Ebenso findet sich der Herstellerstempel manchmal am Karabinerhaken. ACHTUNG: Patent RITTER ist nicht der Haupthersteller, sondern der Patentinhaber des Karabinerhakens! 
5. Die Griffseite des Bechers, bzw. bei den Bakelitbechern am Kopf
6. Am Karabinderhaken des Feldflascheriemens

 

Nachrichtenmänner bei der Überprüfung eines Fernmeldekabels
Nachrichtenmänner bei der Überprüfung eines Fernmeldekabels. Schön zu sehen ist die Feldflasche am Brotbeutel des Soldaten ganz links.

 

Quellen

Die deutsche Wehrmacht - Uniformierung und Ausrüstung 1933 - 1945 von Adolf Schlicht/ John R. Angolia

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