Die Peilung feindlicher und eigener Funkanlagen gehörte zu den täglichen Aufgaben der Nachrichtentruppe und verfolgte den wichtigen Zweck der Standortermittlung fremder Sender.

Was aber genau ist "Peilen" eigentlich? Wie funktioniert es und was sind Peilgeräte?

Wenn man den Begriff "Peilen" wirklich genau in allen Feinheiten beschreiben möchte, könnte man ohne Probleme ein gutes Buch füllen. Ich versuche jedoch diesen Artikel ebenfalls so einfach wie möglich zu halten. Im "Reibert - Ausgabe für den Nachrichtensoldaten" findet sich eine recht gute allgemeine Information zu diesen Themen, weshalb ich dieses Buch auch unter anderem als Quelle für diesen Artikel nutze.

Unter dem Begriff "Peilen" versteht man die Ermittlung des Standorts eines fremden Senders. Hierzu wird dieser "angepeilt". Wichtig zu wissen ist: Je mehr Geräte das Ziel anpeilen, desto genauer kann der Standort bestimmt werden. Im Normalfall nutzt man hierzu mindestens 2 Peilempfänger.

Die Station, deren Standort ermittelt werden soll, sendet von Zeit zu Zeit Funksignale. Sie übermittelt also Nachrichten über Funk an andere Stellen. Wenn man nun die Funksignale aufnimmt, kann man damit beginnen die Richtung herauszufinden, aus der die Funksignale kommen.

Die Peilempfänger nehmen ein Signal auf und können die Richtung bestimmen. Das Prinzip kennt jeder von der Radioantenne im Haushalt (zumindest früher). Manchmal ist ein Sender weg. Dann richtet man die Antenne gegen das Signal. Je besser das Signal ist, desto genauer ist die Richtung, aus der das Radiosignal kommt.

Damit aber nun die Peilempfänger auch alle auf der Karte die gleiche Richtung deuten konnten, musste sichergestellt werden, dass auch alle den gleichen Winkel messen. Hierzu mussten die Stationen genau ausgerichtet sein und ihre Position musste möglichst genau bestimmt sein. Der Winkel zur Ausrichtung wurde zu einer Bezugsrichtung (in der Regel Norden) gemessen und an die leitenden Stellen weitergegeben.

Wenn man sich nun bildlich vorstellt, dass man auf der Karte, von jeder der Empfangsstationen ausgehend, eine gerade Linie in Richtung des angepeilten Signals einzeichnet, so ergibt sich bei zwei Peilempfängern an einer bestimmten Stelle ein Schnittpunkt der Winkelschenkel. Und in der Umgebung dieses Schnittpunktes musste sich der angepeilte Sender befinden. 

Wenn nun drei Peilempfänger eingesetzt waren, konnte der Standort noch präziser ermittelt werden. Denn wenn man hier die Winkelschenkel einzeichnete, ergab sich das sogenannte "Fehlerdreieck". Innerhalb dieses Dreiecks musste sich der Standort des Senders befinden.

 

Peilgeräte

Was Peilgeräte sind, ist nun sehr einfach zu erklären: Es sind Geräte die dem Zweck der Peilung dienen. Hierunter fallen ganz genau genommen nicht nur die reinen Funkgeräte, sondern auch Hilfsgeräte wie das FU30(a).

Als "Grund- Grundlage" sollten die Informationen bis hierher reichen.

Die Wehrmacht nutzte zur Peilung sogenannte Lang-Mittelwellen-Rahmenpeiler mit sechs Stufen, welche wie folgt arbeiteten:

"In der Hochfrequenzstufe werden die vom Antennenteil kommenden Schwingungen verstärkt und der Hilfsfrequenzstufe zugeführt. Hier wird eine Hilfsschwingung erzeugt, die in der Mischstufe der Empfangsschwingung überlagert wird, so dass eine dritte Schwingung (die Zwischenfrequenz) entsteht. Diese wird in der Zwischenfrequenzstufe verstärkt und in der Audionstufe gleichgerichtet. Diese Niederfrequenz wird in der Niederfrequenzstufe verstärkt und dem Fernhörer zugeführt."

 

Anforderungen an die Aufbauplätze von Peilanlagen

Der Aufbauplatz musste möglichst frei gelegen sein. Im Umkreis von ca. 300m durften sich keine elektrischen Leitungen, Schienen, Metallzäune, Antennenanlagen oder größere Metallmassen befinden.

Um möglichst genau peilen zu können, sollten sich nach Möglichkeit auch keine Laubbäume in der Nähe befinden. 

 

Anforderungen an die Mannschaften von Peilanlagen

Was sich so einfach anhört, war in der Realität natürlich nicht so einfach. Jeder Funker, egal welcher Armee er angehörte wusste, dass es Möglich ist, seinen Standort anzupeilen und so zu ermitteln.

Daher wurden in bestimmten Abständen die Frequenzen geändert. Es dauerte eine kurze Zeit, bis am Peilempfänger festgestellt werden konnte, dass auf der angepeilten Frequenz nicht mehr gesendet wird. Daher mussten alle weiteren Frequenzen ebenfalls überwacht werden.

Damit nicht genug, musste auch häufig der Standort gewechselt werden. Natürlich wurde auch viel Wert auf eine gute Tarnung der Funkstationen gelegt.

Peilgeräte wurden von speziell ausgebildeten Nachrichtensoldaten bedient. Die Ausbildung war spezifisch auf die Funkpeilung ausgelegt.

 

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