Der sogenannte Blitzschutzsatz für den Feldfernsprecher 33 der Wehrmacht ist vielen absolut unbekannt. Es handelt sich um eines der seltensten Zusatzgeräte im Bereich der Fernmeldetechnik des zweiten Weltkriegs.

Blitzschutzsatz für den Feldfernsprecher 33

Als ich das erste mal einen Blitzschutz Anschaltkasten der Wehrmacht sah, wusste ich nicht recht, was es sein sollte. Sein Inneres gibt dem technisch versierten Fernmeldesammler jedoch sehr schnell das Geheimnis preis, denn ab diesem Moment wusste ich, dass es sich um einen Vorgänger des "Natobrötchens" handeln musste.

Das "Natobrötchen" hat die genaue Bezeichnung "Blitzschutzsatz (einteilig oder zweiteilig)" und wird heute noch bei der Bundeswehr im Fernmeldewesen für den "FFOBZB", das Feldtelefon der Bundeswehr geführt. 

Probleme durch Blitzeinschläge oder sonstige induktive Einleitung beim Feldfernkabelbau in der Nähe von Fernmeldeanalagen waren bereits vor dem ersten Weltkrieg bekannt. Durch diese sehr starken Entladungen kam es schnell zu schwerwiegenden Kommunikationsproblemen oder zu Defekten an den Feldtelefonen.

Blitzschutz für den Feldfernsprecher 33 in geöffnetem Zustand 

Aufgabe des Blitzschutzsatz

Wie der Name "Blitzschutzsatz" natürlich vermuten lässt, ist die Aufgabe dieses Kastens die Sicherung vor den beschriebenen Blitzeinschlägen oder sonstigen induktiven ungewollten Ladungen. Hierzu werden die Erdung, die La und die Lb/E Leitungen zusammengeführt und durch je eine 3A Sicherung (Ein sogenannter Überspannungsableiter) gesichert. Die Sicherungen bestehen hierzu aus einem in Gas gelagerten Draht, welcher schlichtweg durchbrennt, sofern es eine plötzliche, hohe Entladung gibt.

 

Bauform, Maße und Material

Der Kasten ist komplett aus Pressstoff (Bakelit) gefertigt. Am Boden sind zwei ein-/ ausklappbare Standbeine aus Zink eingeschraubt. Diese öffnen sich durch Druck automatisch. Er besitzt drei Nässeschutzhülsen aus Gummi. (Eine für La, eine für Lb/E und eine für das Erdungskabel). Die Leiter im inneren sind aus Messing und Kupfer gefertigt. Zwei 3A Sicherungen, sowie zwei 350V Überspannungsschutzsicherungen sorgen für Sicheres Abkoppeln bei Überspannung.

An der Front befindet sich ein Roter Knopf, durch den der Sicherungskasten geöffnet werden kann. Verschlossen wird er durch einen einfachen Schnappverschluss.

Die Maße sind wie folgt:

  • Breite: 11 cm
  • Höhe bei eingerasteten Stehfüßen: 7,8cm
  • Tiefe: 9,8cm

Sicherungen für den Blitzschutzsatz der Wehrmacht 

Wann wurde der Blitzschutzsatz eingeführt?

Hierzu habe ich bis heute leider keinerlei Aufzeichnungen oder Beweise vorliegen. Fakt ist jedoch, dass mir nur drei Exemplare bekannt sind, wovon eines in meinem Besitz ist. Alle drei stammen aus dem Jahr 1944. Mir sind ebenfalls keine Vorschriften oder Anleitungen bekannt. Derzeit gehe ich davon aus, dass diese Kästchen im Jahr 1944 eingeführt wurden. Ich möchte jedoch noch einmal betonen, dass ich keinerlei Beweise hierfür habe. Selbstverständlich bin ich für Hinweise jeglicher Art sehr dankbar! Sofern Sie weitere Informationen hierzu für mich haben, schreiben Sie mir doch bitte eine eMail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

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