Munitionskasten Truppenfahrrad

Im Dezember 2016 hatte ich das Glück einen relativ seltenen, originalen Munitionstransportkasten (Behälter für den Patronenkasten MG34 / MG42) für das Truppenfahrrad der Wehrmacht zu bekommen. Der Hersteller ist bzk44, also Wagner & Keller Metallwaren Ludwigsburg, Baujahr 1944.
Für mich war dies nun der Startschuss, um mir endlich ein originales Truppenfahrrad anzuschaffen. Denn ein solches Fahrrad ist historisch gesehen ein wichtiger Baustein in der Geschichte der militärischen Nachrichtenübermittlung.

Der Munitionstransportkasten wurde am Rahmen des Truppenfahrrades montiert. In ihm wurde in der Regel ein Gurtkasten mit Munition für das MG34 / MG42 untergebracht.
Der Kasten ist in sehr schönem, unveränderten Zustand und war ein wenig verzogen, was der Lagerung in einer Scheune mit (zum Glück) seltener Nutzung des Landwirtes zu erklären war. Als Erstes habe ich den Kasten daher zuerst einmal ausgebeult und gereinigt.

Wie geht es weiter?

Den Kasten habe ich ja nun. Jedoch stellt sich mir derzeit die Frage, wie ich mit dem Projekt "Truppenfahrrad" wirklich beginne.

Das Problem: Truppenfahrräder von zivilen Fahrrädern ihrer Zeit auseinander zu halten ist für einen Ungeübten wie mich erst einmal gar nicht so einfach.

Den Grundstein habe ich vorerst mit Fachliteratur gelegt. Dabei wurden mir sofort zwei Bücher empfohlen:
1. Radfahrschwadronen - Fahrräder im Einsatz bei der Wehrmacht 1933 - 1945 von Horst Hinrichsen
2. Militracks - Das Truppenfahrrad von Barbara Maiwald und Peter Verhoeven

Beide Bücher kann ich jedem empfehlen, der sich ernsthaft mit der Materie auseinandersetzen will!

Durch die Bücher bekam ich zumindest einen Überblick über die Masse an unterschiedlichen Modellen und Formen des Truppenrads.
Ich war leicht erschrocken von der Tatsache, dass die Wehrmacht tatsächlich extrem viele zivile Fahrräder eingezogen und genutzt hatte... Das erklärt auch, weshalb man so viele Originalaufnahmen mit Fahrrädern sieht, welche man nach ein wenig Know-How sofort als ziviles Fahrrad deuten würde!
Im ersten Moment hatte mich das jedoch nicht weiter gebracht... Wenn ich mir Angebote im Internet angesehen habe, konnte ich noch immer nicht wirklich ein Truppenrad, oder ein ziviles, als Truppenrad genutztes von einem rein zivilen Rad unterscheiden.

Truppenfahrrad mit Kasten für Munitionskästen

Truppenfahrrad Einsatz Handgranate

Fakt ist, wenn man ein reines Truppenfahrrad der Wehrmacht haben möchte, sollte man sich an den Dienstvorschriften orientieren! Die maßgebende Dienstvorschrift war hier die HDV (Heeresdienstvorschrift) 293.
Bei den zivilen, später eingezogenen Rädern ist die Wahrscheinlichkeit daneben zu liegen einfach zu hoch, obgleich dieser Bereich auch hochinteressant ist!

Durch die Literatur und einige Beiträge im Internet konnte ich mir zumindest einige wichtige Grundlagen für meine Suche bereitlegen:

- Reine Truppenräder hatten niemals verchromte, verzinkte oder vernickelte Bauteile!
- Sie hatten einen Schnellverschluss am Lenker! (Expresslenker)
- Der Sattel bestand aus ineinander verdrehten, stabilen Federn.

 

Soweit so gut. Jetzt halte ich erst einmal ausschau nach weiteren Informationen und passenden Einzelteilen. Teil 2 erscheint dann, wenn es (hoffentlich sehr bald) etwas Neues gibt.