Die Feldmütze M34 wurde mit der Heeresverfügung 34, Nr. 149 am 24.03.1943 eingeführt. Sie war ausschließlich für Mannschaften und Unteroffiziere gedacht. 

Diesen Mützentyp kennt wohl fast jeder als "Schiffchen". Es ist nach hinten etwas tiefer auslaufend und hat von oben gesehen eine eher ovale Form. Heute findet das Schiffchen vor allem noch bei der Bundesluftwaffe Verwendung.

Als Anschauungsobjekt der Feldmütze 34 soll hier ein sehr schön erhaltenes Exemplar der Nachrichtentruppe dienen. Dass diese Feldmütze der Nachrichtentruppe zuzuordnen ist, kann sehr schnell durch die aufgenähte Soutache in Zitronengelber Waffenfarbe erkannt werden. Jede M34 Feldmütze besaß ein solches Soutache und die Farbe des Soutache richtete sich stets nach der Waffenfarbe des Trägers. (z.B. Goldgelb = Kavallerie, Weiß = Infanterie, usw.).

Feldmuetze 34 der Nachrichtentruppe

Erst mit einer Verfügung vom 10.07.1942 (Heeresmitteilung 42, Nr. 597) musste das Soutache dann entfernt werden. Viele werden sich jetzt wundern, denn gerade in Kriegsfilmen sieht man doch recht häufig Soldaten der Wehrmacht im Jahre 1944/45 mit einem Schiffchen herumlaufen, welches eindeutig einen Soutachewinkel besitzt. Tatsächlich ist das jedoch gegen die historischen Fakten. Im Jahr 1944/45 besaßen die meisten Soldaten in der Regel die sogenannte Einheitsfeldmütze, welche bereits den heutigen Feldmützen der Bundeswehr nahe kommt. Auch sieht man in den späten Kriegsjahren sehr häufig Soldaten mit der Feldmütze 42, dem direkten Nachfolger der Feldmütze 34, welche bereits zwei Knöpfe zum Einknöpfen der Seitenlaschen besaß. Dies sei nur am Rande angemerkt, denn in diesem Text wollen wir uns schließlich eingehend der Feldmütze 34 widmen.

Funker mit einer Feldmütze 34

Um noch einmal auf das Soutache zurückzukommen: Tatsächlich hielten sich die Soldaten vereinzelt nicht an die Verfügung vom 10.07.1942. Gerade Soldaten der Nachrichtentruppe waren sehr stolz auf ihre Waffenfarbe. Daher sieht man selten noch originale Fotografien aus den Jahren 1942 und 1943, auf denen die Soldaten noch deutlich den Soutachewinkel an der Feldmütze tragen. 

Von der Feldmütze 34 gibt es unterschiedliche Ausführungen, welche in Fachkreisen in die sogenannte erste und die zweite Form gegliedert werden.

Bei der Feldmütze 34 der ersten Form handelte es sich um eine etwas flacher ausfallende Form. Da 1934 noch kein Hoheitsabzeichen (Adler mit Hakenkreuz in den Klauen) vorgeschrieben waren, besaß die erste Form in der Regel noch kein Hoheitsabzeichen, sehr wohl jedoch die Soutache und Kokarde! Der Winkel der Soutache war hier noch nicht zwangläufig bei 90 Grad, sondern die Soutache wurde häufig in einem 60 Grad Winkel aufgenäht. Außerdem saß die Soutache am oberen Ende des Schiffchens und die Kokarde wurde frontal mittig an die Soutache angenäht. Bei kaltem Wetter konnten die Seitenlaschen hinten heruntergeklappt werden und schützen so die Ohren vor Kälte. Vorne waren sie genau wie bei der 2. Form durch zwei Nähte fixiert. Tatsächlich besaß die erste Form bereits zwei gekörnte Knöpfe an der Vorderseite, welche jedoch vorerst eher als Schmuck vorhanden waren. Mit der zweiten Form änderte sich dies, sie besaß keine Knöpfe mehr.

Gerade für den kalten Winterkrieg ist es als Fehler anzusehen, dass die Laschen vorne nicht als Mundschutz genutzt werden konnten. Was uns heute als unbedeutend erscheint, bekam für einen deutschen Soldaten im russischen Winter 1941 bei bis zu -50 Grad Celsius eine ganz andere Bedeutung!

Funker an einem Torn.Fu.d2 mit aufgesetzter Feldmütze 34

Die zweite Form wurde am 30.10.1935 mit der Heeresverfügung 35, Nr. 646 eingeführt. Sie ist die deutlich häufiger zu findende Form, wobei Feldmützen mit original angenähtem Soutachewinkel wiederum seltener zu finden sind. Ein weiterer Faktor für die Seltenheit ist zusätzlich noch die Waffenfarbe des Soutachewinkels. Es gab selbstverständlich wesentlich mehr Infanteristen als Nachrichtenmänner oder Soldaten der Nebeltruppe um nur einige Beispiele zu nennen.

Feldmütze 34 der Nachrichtentruppe mit Soutache

Außerdem ist die zweite Form nicht mehr flach gehalten, sondern hat eine klar kennzeichnende Wölbung, welche man einfach erkennen kann indem man die Feldmütze seitlich zurechtlegt. Wie bereits erwähnt, fielen die beiden frontal angebrachten Knöpfe weg und mit Ihnen zugleich die Möglichkeit, die Feldmütze als Kälteschutz für die Ohren zu nutzen. 

Für den Soutachewinkel war nun ein Winkel von 90 Grad vorgeschrieben. Das Hoheitsabzeichen war ebenfalls fest vorgeschrieben und die Kokarde musste mittig in den Winkel der Soutache angebracht werden. Die Grundfarbe der Kokarde war zu Beginn übrigens Feldgrau, also in etwa identisch mit der Grundfarbe der Mütze, wurde jedoch mit der Heeresverfügung 34, Nr.745 am 19.06.1937 in blaugrau geändert. Wie man auf den Bildern gut erkennen kann, ist die Grundfarbe hier tatsächlich das Blaugrau, welches sich gut und trotzdem dezent vom Rest der Mütze abhebt.

Betrachtet man das Exemplar in den Bildern, kann man schnell erraten, aus welchem Stoff die Mütze hergestellt wurde: Aus dem identischen Stoff wie die Feldblusen. Sie war also leicht kratzig, hatte jedoch keine schlechte Wärmewirkung! Für den Einsatz im Winter war sie jedoch trotzdem ungenügend, was letztlich zur Einführung der Feldmütze 42 führte.

Seitenansicht 1 Feldmütze 34 der Nachrichtentruppe

Seitenansicht 2 Feldmütze 34 der Nachrichtentruppe

Seitlich besaß die Feldmütze 34 in der zweiten Form, genau wie die erste Form, je ein feldgrau lackiertes Lüftungsloch, welches an der Gegenseite gebördelt war.

Lüftungsloch Feldmütze 34

Lüftungsloch Feldmütze 34

Zuletzt bleibt noch etwas zum Thema Herstellerstempel zu schreiben. Bei dem vorliegenden Exemplar befindet sich ein Herstellerstempel der Willy Sprengpfeil Mützenfabrik aus Hamburg. Hergestellt wurde sie im Jahr 1941 und die Kopfgröße ist 58. Der Herstellerstempel kann, muss jedoch nicht all diese Informationen enthalten. Viele Feldmützen haben überhaupt keinen Herstellerstempel, oder anderweitige Herstellerstempel. Zu beachten ist hier auch, dass viele Mützen privat beschafft wurden. Daher gibt es hier unzählige Variationen, gerade bei der Ausführung für Offiziere, welche offiziell 1938 eingeführt wurde gibt es zahllose Variationen, da Offiziere sogenannte "Selbsteinkleider" waren. Die Ausführung für Offiziere unterschied sich grundlegend nur durch eine zusätzliche Kordelschnur aus Aluminiumgespinst, welche am der Deckelnaht und an der vorderen Umschlagseite angebracht war. Sehr häufig waren die Schiffchen für Offiziere aus feinerem Stoff gefertigt und hatten eine etwas elegantere Form. Unter vorliegendes Exemplar ist jedoch eine typische Feldmütze 34 für Mannschaften und Unteroffiziere.

Innenansicht der Feldmütze 34

 

Die Feldmütze ist sehr häufig auf Fotos zu sehen, auf denen Funker, teilweise auch im Gefecht, ihren Dienst am Funkgerät erfüllten. Die Bügel der Kopfhörer konnten zwar unter den Stahlhelm gezogen werden, jedoch war diese Trageweise sehr unangenehm. Aus diesem Grund zogen die meisten Funker die Kopfhörer über ihre Feldmütze, wodurch die Feldmütze in Verbindung mit dem Funkdienst eine gewisse Symbolträchtigkeit besitzt.