Die Gasmaske 30 und die Gasmaske 38 waren die genutzten Gasmasken der deutschen Wehrmacht und gehörten zur festen Ausrüstung jedes Soldaten. So natürlich auch zur Ausrüstung des Nachrichtenmannes.

Funker mit Gasmaske 30


Die Gasmaske 30 bestand aus einem starken, robusten und mehrschichtigen Zeltplanen ähnlichen Stoff, der innen komplett gummiert war.
Zum luftdichten Verschluss an den Seitenrändern diente Veloursleder, welches sich schon im ersten Weltkrieg als ein sehr guter Stoff zur Versiegelung zeigte.

Schaut man sich die Gasmaske 38 an, so erkennt man direkt den Unterschied. Der Stoff fiel hier nämlich weg. Außerdem wurde kein Veloursleder mehr zur Dichtung genommen. Sie bestand aus einer starken, robusten Gummischicht. Die gummierten Ränder umgaben das Gesicht des Trägers sofort luftdicht und waren leicht angerauht, damit die Haut nicht irritiert wurde.

Gasmaske 30 mit Mikrofonanschluss

Wie man leicht vermuten kann, wurde die Gasmaske 30 im Jahr 1930 entwickelt. Eingeführt wurde sie jedoch erst 1932 und löste somit die bis dahin verwendete Gasmaske 24 ab. Die Gasmaske 30 wurde danach wiederum ab 1938 von der Gasmaske 38 abgelöst. Hier sollte man wissen, dass die Produktion der Gasmaske 30 teilweise noch überlappend mit der Produktion der Gasmaske 38 war. So wurde die Gasmaske 30 noch bis ca. 1943 produziert. Danach findet man nur noch wenige Exemplare der Gasmaske 30, was auf den Rohstoffmangel zurückzuführen ist welcher durch den langen Krieg herrschte. Die Gasmaske 38 war wesentlich einfacher und günstiger zu produzieren.

 

Farbgebung der Gasmaske 38

Bei der Gasmaske 38 gibt es zwei Varianten: Gasmasken aus grünem Gummi und Gasmasken aus schwarzem Gummi. Man nimmt heute an, dass die Masken aus grünem Gummi vor den Masken aus schwarzem Gummi produziert wurden. Diese wurden dann Schritt für Schritt von den schwarzen Masken abgelöst. Diese These könnte korrekt sein, da die grünen Masken nur selten Teile verbaut haben, welche nach 1941 produziert wurden.

 

Drei Modelle der Gasmaske 30

Die Gasmaske 30 wurde in drei Modellen hergestellt:
1. Modell: Das Ausatmeventil wurde hier noch versetzt zum Filteranschluss hinter ein Gitter gelegt.
Dies hatte zwei große Nachteile. Zum einen verdreckte das Ausatmeventil schnell, was teilweise zu einer Gasdurchlässigkeit führte und zum anderen schlugen sich viele Soldaten bei einem Sturz durch den vorversetzten Filteranschluss die Zähne aus.
2. Modell: Hier wurde das Ausatmeventil nun mit einem vorgebauten Gitter versehen und fixiert.
3. Modell: Das vorgebaute Gitter erwies sich als sehr vorteilhaft. Daher wurde die Gasmaske 30 von nun ab standardmäßig mit einem größeren Ausatmeventilvorbau ausgestattet.

 

Größen

Die Gasmaske 30, sowie die Gasmaske 38 hatten drei genormte, einheitliche Größen von 1 - 3. Die entsprechende Größe war direkt zwischen den Sichtgläsern gestempelt. 1 ist hierbei die kleinste Größe. 3 ist die Größte.

 

Funktion und Beschreibung

Beim Einatmen drang die Luft oberhalb durch den eingeschraubten Filtereinsatz in die Maske und die ausgeatmete Luft unterhalb durch ein Ventil wieder heraus.
Um einen luftdichten Abschluss des Maskenkörpers am Kinn zu gewährleisten, wurde die Gasmaske 30 mit einem verstellbaren Lederband im Inneren der Kinnstütze ausgestattet. Das Lederband konnte je nach Kinndicke wahlweise größer oder kleiner gestellt werden. Die Gasmaske 38 hatte diesen Riemen nicht mehr, da er nicht nötig war.

Als Verschleißteil sind die Klarscheiben zu nennen. Diese wurden von den äußeren Augenringen gehalten und wurden dann mit den inneren Fixierringen fixiert.
Die Riemenbefestigung bestand aus einem Nacken- und Schläfenband und aus zwei Stirnbändern.

 

Doppelte Augengläser

Aufgrund der im Osten herrschenden großen Kälte bemerkte man schnell, dass die Klarscheiben durch die Vereisung der Atemluft kaputt gingen.
Deshalb wurde mit der Verfügung Nr. 222, BMB 42 vom 22.10.1942 angeordnet, dass nun immer ein Klarscheibenpaar in die Augenfassungen zu legen war. Ebenso mussten stets zwei Paare Klarscheiben im Deckel der Dosen vorhanden sein.

 

Stempelungen

Die Waffenamtabnahme befindet sich immer an der Seite der Gasmaske zwischen den Seitenrändern.

Ebenfalls gestempelt ist, wie bereits erwähnt, die Größe der Maske. Diese Stempelung ist entweder mittig im Inneren oder mittig auf dem äußeren Stoff zu finden.

Wichtig zu erwähnen sind noch Einheitsstempel, die sich, sofern gestempelt, mittig im Inneren der Maske oder in Form eines Aufnähers an der Trageschlaufe der Maske befinden.


Ausgemusterte Gasmasken wurden teilweise bei zivilen Organisationen wie dem Reichsluftschutzbund weiterverwendet. Sofern eine Gasmaske z.B. beim Reichsluftschutzbund weiterverwendet wurde oder direkt für den Reichsluftschutzbund gefertigt wurde, war ebenfalls ein entsprechender Stempel mittig im Inneren zu finden. Ebenso findet man auf den Dosen, die direkt für den Reichsluftschutzbund produziert wurden, eine klare Stanzung, die die Dose als eine Solche für den RLB ausweist. Diese Dosen sind aus leichtem Blech gefertigt.

Fernmelder mit schwerem Feldkabel und Gasmaske 

 

Gasmasken für Panzerbesatzungen

An Panzerbesatzungen wurde ein Filterschlauch ausgegeben. Dieser Schlauch wurde mit seinem einrohrigen Metallende an die Gasmaske angeschraubt. Am Ende des Schlauchs befanden sich zwei Filtereingänge, an die die Filtereinsätze geschraubt wurden. Das Filteranschlußstück wurde an einen Gurt gebunden, damit es nicht wild umherschwenken konnte.

 

Gasmasken mit blau lackierten Metallteilen

Mit der Verfügung Nr. 1330, LV 43 vom 08.07.1943 wurde aus Rohstoffknappheit angeordnet, dass nun Gasmasken mit Metallteilen ausgestattet werden mussten, die einen hohen Eisenanteil hatten. Diese waren also magnetisch!
Diese Gasmasken mussten gemäß der Verfügung am Filteranschlußstück und an den Augenringen dunkelblau lackiert werden.
Truppenteile, die mit optischen oder empfindlichen elektrischen Geräten arbeiten mussten, wo Eisenteile die Instrumente stören konnten, wurden weiterhin mit unmagnetischen Gasmasken ausgerüstet. Die Nachrichtensoldaten an den Peilgeräten zum Beispiel mussten Gasmasken mit Eisenteilen strengstens vermeiden. Diese hätten die Messergebnisse erheblich verändern können. 
Interessanterweise finden sich auch blau lackierte Masken, die nicht magnetisch sind.

Seitenansicht einer Gasmaske 30 mit Blau lackierten Metallteilen
Seitenansicht einer Gasmaske 30 mit Blau lackierten Metallteilen

 

Gasmaske mit Mikrofonanschluss

Eine gesonderte Version der Gasmaske 30 und Gasmaske 38 war eine Ausführung mit Mikrofonanschluss.

Diesen Mikrofonanschluss gab es in zwei Modellen:
1. Bakelitversion
2. Metallversion


Dieser Drehverschluss, der im Inneren noch einmal durch ein Dichtgummi abgedichtet war, konnte bei Bedarf herausgedreht werden und so konnte ein Mikrofon eingedreht werden. Dieses konnte wiederum über eine Vermittlungsschnur verbunden werden und ein deutliches Sprechen war auch mit Gasmaske möglich. Ohne den Mikrofonanschluss war natürlich auch die Kommunikation über die bekannten Mikrofone möglich. Jedoch wurde der Ton so sehr stumpf und bei Gefechts- oder Hintergrundlärm konnte dies zu einem ernsthaften Kommunikationsproblem werden.

Diese Gasmasken mit Mikrofonanschluss werden im Allgemeinen der Kriegsmarine (genauer als Gasmasken für Geschützbesatzungen) zugeschrieben. Tatsächlich haben gerade diese Masken sehr häufig mittig, im Inneren eine Abnahme der Kriegsmarine. Es existieren jedoch auch Gasmasken aus gesicherten Nachlässen von Angehörigen des Heeres ohne Marineabnahme. Dem Autor ist kein Bildnachweis bezüglich der Verwendung bei Heer oder Luftwaffe bekannt. Es bleibt noch zu bemerken, dass diese Gasmasken wahrscheinlich nur in geringen Stückzahlen gefertigt wurden und in der Regel die "normalen" Ausführungen für das Nachrichtenwesen verwendet wurden.

 

Quellen

Als Quelle diente dem Autor unterstützend das Buch "Die deutsche Wehrmacht - Uniformierung und Ausrüstung 1933 - 1945" von Adolf Schlicht/ John R. Angolia