Als Funkmeister wurde innerhalb der Reichswehr und Wehrmacht ein Feldwebel mit einer Sonderfunktion als Funk-Feldwebel bezeichnet.
Innerhalb der Betriebsleitung einer Nachrichtenkompanie auf Divisions- oder Regimentsebene war er speziell für alle Funker, sowie die Unteroffiziere verantwortlich. Die sogenannte Funkmeisterei bezeichnete das Büro oder den Dienstraum des Funkmeisters.

Abzeichen Funkmeister

Nach der Sonderausbildung zum Funkunteroffizier, wurde der Soldat später zum Funkunterfeldwebel befördert. Sofern er sich entsprechend bewährte, folge dann die Ernennung zum Funkfeldwebel, der Funkmeister genannt wurde. Dem Dienstgrad des Funkmeisters folgten noch der Oberfunkmeister und der Stabsfunkmeister. Alle genannten Dienstgrade mit Sonderbezeichnung gehörten zur Gattung der Funkunteroffiziere.

Funkmeister wurde nur, wer wirklich besonders geeignet war und eine besondere Vorbildung im Funkwesen hatte (z.B. als Funker oder Funkmechaniker). Der Funker konnte sich bewerben oder wurde aufgrund besonderer Empfehlungen seiner Vorgesetzten zu diesem Lehrgang zugelassen.
Eine weitere Auflage war eine bestehende Dienstzeit von mindestens 4 Jahren. Auch musste die Ausbildung zum Truppführer bereits erfolgreich abgeschlossen sein oder aber sie musste direkt im Vorfeld der Funkmeisterausbildung erfolgen. Aufgrund dieser Auflagen werden die Funkmeister auch häufig als "Spieß der Funker" bezeichnet, was jedoch natürlich nicht korrekt ist.

Nicht jede Nachrichteneinheit stellte eine Planstelle für Funkmeister zur Verfügung. Es handelte sich um eine Fachstelle für Nachrichtenabteilungen auf Divisions- und Regimentsebene und nicht um eine grundlegende Fachstelle der Nachrichtentruppe!

Die Ausbildung zum Funkmeister dauerte 4 Monate und erfolgte durch die Nachrichtentruppe an einer der Nachrichtenschulen (bei Heer und Luftwaffe in Halle an der Saale). Auch die Vorausbildung zum Nachrichtentruppführer wurde auf der Nachrichtenschule durchgeführt.

Mit der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung durfte der Soldat das Tätigkeitsabzeichen des Funkmeisters am rechten Unterarm tragen und war somit offiziell Funkmeister. Das Abzeichen hatte einen Durchmesser von ca. 5,5cm und zeigte beim Heer ein goldgelbes Blitzbündel auf feldgrauem oder bei Tropenuniformen auf sandgrauem Untergrund. Im späteren Verlauf des Krieges konnte die Farbe des Grundtuchs bis ins Schwarze variieren.
Bei Luftwaffe wurde ein weiß-graues Blitzbündel auf blaugrauem Untergrund getragen und bei der Kriegsmarine ein rotes Blitzbündel auf blauem Untergrund.

Das Abzeichen wurde bei Dienstrock und Mantel 1cm über dem Ärmelumschlag und bei Feldblusen ca. 11cm über dem Ärmelende getragen.


Es gab zwei unterschiedliche Ausführungen dieses Tätigkeitsabzeichens, die häufig zu Verwirrungen führen:
Sofern der Funkmeister einer Planstelle zum Funkmeister zugewiesen wurde und hier aktiv den Dienst übernahm, war das Tätigkeitsabzeichen mit einem ca. 3mm dicken Aluminiumgespinstfaden umrandet. Alle Feldwebeldienstgrade, welche also dieses Abzeichen mit silberner Umrandung trugen, wurden auch wirklich als Funkmeister eingesetzt.
Soldaten, welche das Tätigkeitsabzeichen zum Funkmeister ohne diese Umrandung trugen, hatten die Ausbildung zum Funkmeister erfolgreich bestanden, wurden jedoch nicht auf der Planstelle eines Funkmeisters eingesetzt.
Die Umrandung mit Aluminiumgespinst hat nichts mit einer angeblichen Kriegsausführung des Abzeichens zu tun, was man hin und wieder liest!

Der Funkmeister war Trupp- und Fachführer zugleich. Er nahm auf höherer Ebene eine Schlüsselposition unter den Funkern ein und war in der Regel sehr erfahren. Die Bezeichnung "Spieß der Funker" ist zwar nicht korrekt, aber der Funkmeister kann tatsächlich mit dieser Position verglichen werden. Er war einer der Hauptverantwortlichen für den reibungslosen Ablauf im Funkbetrieb und Fachvorgesetzter aller Funker und Funkunteroffiziere.