Bereits im zweiten Abschnitt des 19. Jahrhunderts wurde man in den europäischen Heeren auf die Verwendungsmöglichkeiten von Fahrrädern aufmerksam.
In Deutschland selbst geschah dies effektiv in den 1890er Jahren. Im Jahr 1906 wurde dann in Posen die erste Radfahr-Versuchs-Kompanie aufgestellt, welche sich bewährte und der Führung die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten von Truppenfahrrädern zeigte.
Vor allem in einem Bereich stellten sich die Fahrräder als sehr nützlich heraus: Im Meldedienst, also sprich zur Nachrichtenübertragung.
Ein geübter Radfahrer konnte im Schnitt 20 Kilometer Strecke in einer Stunde schaffen. Da war zu jener Zeit eine sichere und relativ schnelle Form des Meldedienstes.
Natürlich stellte sich schnell heraus, dass Truppenfahrräder vor allem Vorteile im Gefechtsdienst hatten. Die Truppe war so wesentlich mobiler und konnte schneller Vorstoßen oder an Brennpunkten aufschlagen.

Soldat mit Truppenfahrrad - Juni 1944
Soldat mit Truppenfahrrad - Juni 1944

Wer denkt, dass Truppenfahrräder im zweiten Weltkrieg keine große Rolle mehr spielten, der irrt sich hier deutlich!
Die Wehrmacht war bis zum Beginn des Unternehmen Barbarossa, also bis zum Angriff auf die Sowjetunion, noch weitgehend im Aufbau einer motorisierten Armee.


Die meisten Truppenteile der Wehrmacht waren noch zur Zeit des Frankreichfeldzuges bestenfalls bespannt, also mit Pferden unterwegs. Nur ein relativ kleiner Teil der Truppen war wirklich voll motorisiert. Über den Verlauf des zweiten Weltkrieges gibt es hier übrigens eine aufsteigende Parabel, was die Anzahl der motorisierten Einheiten angeht, wobei die gegen Ende des Krieges wieder abnehmende Motorisierung häufig eher der Tatsache geschuldet war, dass schlichtweg der Treibstoff fehlte oder die Fahrzeuge zurückgelassen werden mussten.
Festzuhalten bleibt jedoch, dass das Pferd und auch das Truppenfahrrad während des gesamten Weltkrieges hinweg wichtige Begleiter der Truppe waren. "Kamerad Pferd" ist ein von Veteranen häufig verwendeter Ausdruck dafür, dass die treuen Pferde ihnen stets zur Seite standen und mitunter das wichtigste Fortbewegungsmittel des deutschen Soldaten im zweiten Weltkrieg bildeten.

 

 Munitionskasten Truppenfahrrad

 Projekt Truppenfahrrad (TrFa) der Wehrmacht - Teil 1